Fahrgäste akustisch informieren

Projekt 2-Sinne-Prinzip für Busse und Straßenbahnen

Die BVG will mit dem Aufbau eines akustischen Fahrgastinformationssystems nach dem 2-Sinne-Prinzip den ÖPNV für blinde und sehbehinderte Menschen zuverlässiger und attraktiver gestalten. 2-Sinne-Prinzip bedeutet, dass mindestens zwei der drei Sinne „Hören, Sehen und Tasten“ angesprochen werden. Das Projekt startet mit dieser Markterkundung für einen Modellversuch.
 

Worum geht es bei dem Modellversuch?
Der Berliner Nahverkehrsplan sowie § 8 Abs. 3 des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) sehen vor, für Menschen, die in ihrer Mobilität oder Sensorik eingeschränkt sind, bis zum 1. Januar 2022 eine vollständige Barrierefreiheit zu erreichen. Um diese Vorgabe zu erfüllen, hat der Berliner Senat die BVG mit einem Modellversuch beauftragt. Bei diesem Modellversuch soll eine barrierefreie sowie echtzeitfähige Fahrgastinformation für blinde und sehbehinderte Menschen nach dem 2-Sinne-Prinzip zur Verfügung gestellt und getestet werden. Der Versuch wird auf der Buslinie 186 und der Straßenbahnlinie M4 durchgeführt. Dabei stehen bislang drei Lösungsvarianten im Fokus: 

  • das sprechende Fahrzeug 
  • die sprechende Haltestelle 
  • das sprechende Smartphone

Dabei sind wir offen für Kombinationen aus den genannten Varianten, aber auch für andere Lösungsideen. Diese werden gemeinsam mit sehbehinderten und blinden Menschen getestet und bewertet.

Wer ist die Zielgruppe und was sind die Ziele des Projektes?
Im Bereich der Barrierefreiheit des ÖPNV konnten in den letzten Jahren vielfältige Fortschritte erzielt werden. Zukünftig soll es für sehbehinderte und blinde Menschen leichter werden, sich im Netz der BVG zu orientieren. Da es sich um eine heterogene Nutzergruppe handelt, suchen wir nach einer integrativen Lösung, die die unterschiedlichen Bedürfnisse erfüllt. 

Wer kann an der Markterkundung teilnehmen?
Interessenten können Einzelpersonen oder auch eine Gruppe einer Organisation sein, die die Bedürfnisse und Anforderungen sehbehinderter und blinder Menschen sehr gut kennen – vielleicht weil sie sogar selbst davon betroffen sind. Wir wünschen uns von den Interessenten Innovationsfreude, Kreativität und einen Vorsprung bei der technischen Gestaltung von akustischen Informationen. Ob aus der Start-Up-Szene, der traditionellen Wirtschaft oder wissenschaftlichen Einrichtungen –wir sind offen für Ihre Vorschläge!

Wie wird der Modellversuch durchgeführt?
Innerhalb des Modellversuchs sollen Lösungen nach dem 2-Sinne-Prinzip gefunden werden, die sich für den Regelverkehr, aber auch für geplante/ungeplante Abweichungen eignen. Die BVG gewährt grundsätzlich keine finanzielle Unterstützung für den Modellversuch. Jedoch kommt eine Unterstützung dann in Betracht, wenn der 12-monatige Modellversuch ohne diese nicht durchgeführt werden kann und der Lösungsansatz nach Auffassung der BVG besonders förderwürdig ist. Während des Versuchs werden die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK), der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales (SenIAS) sowie der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV), der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) sowie Pro Retina eingebunden. Ein Gremium aus Anwendern, Land Berlin und BVG wird die Lösungen anhand der Kriterien Nutzerakzeptanz, Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit bewerten. 

Weitere Unterlagen

Projektdaten
Laufzeit: 12 Monate (4. Quartal 2017 bis 1. Quartal 2019)
Eingangsfrist für die Interessensbekundung: 4 Wochen (25. Juli bis 25. August 2017)

Kontakt: 
Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)
Anstalt des öffentlichen Rechts 
Bereich Einkauf/Materialwirtschaft
Olaf Buschke
FEM-E2 (IPLZ 42200)
Holzmarktstraße 15-17
10179 Berlin 
Ansprechpartner: FEM-E2
E-Mail: einkauf.2@bvg.de