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ArchivBVG bei Sicherheit auf dem richtigen Weg

Berlin steht gar nicht so schlecht da, wenn es um die Sicherheit in der U-Bahn geht und darum, was dafür alles getan wird – diese Erkenntnis hat die BVG-Vorstandsvorsitzende aus London mitgebracht. Zusammen mit Finanzvorstand Henrik Falk und dem Aufsichtsratsvorsitzenden der BVG, Finanzsenator Dr. Ulrich Nußbaum, war Dr. Sigrid Evelyn Nikutta auf einem Informationsbesuch bei Transport for London, bei dem es vor allem um die Themen Sperrsysteme, Videoüberwachung und elektronisches Ticketing ging. "Wir sind bei der Umsetzung des Sicherheitspakets vom 12. Mai auf dem richtigen Weg," sagte Nikutta af einem Pressegespräch, und verwies dabei auf Parallelen zwischen beiden Nahverkehrssystemen. Auch London setze verstärkt auf mehr Personal und Polizei, helle systematisch schlecht beleuchtete Bahnhöfe auf und beseitige dunkle und verwinkelte Ecken. Notrufsäulen, wie sie in jedem Berliner U-Bahnhöfen zu finden sind, gibt es in London aber erst sporadisch. Dafür verfügt dort jeder der 269 U–Bahnhöfe über eine eigene, personalbesetzte Sicherheitszentrale. Trotzdem ist die Kriminalität in der Londoner "Tube" doppelt so hoch wie die in Berlin, wenngleich in beiden Weltstädten die Statistik rückläufig ist.

Mit dem elektronischen Ticketsystem Oyster-Card fährt der Londoner nicht nur billiger als mit einem Papierfahrschein, in den Bussen gibt es gar keine andere Bezahlmöglichkeit mehr. Dafür werden die Londoner auf Schritt und Tritt videoüberwacht, völlig undenkbar in Berlin wären dabei Speicherzeiten für die Videoaufnahmen von bis zu 28 Tagen. "London hat eine ganz andere Überwachungskultur", sagte dazu der Aufsichtsratsvorsitzende und verwies darauf, dass sich auch Bewegungsmuster von Familienangehörigen mit dem elektronischen Fahrscheinsystem problemlos anfertigen ließen – völlig undenkbar in Deutschland mit seinen strikten Datenschutzrichtlinien.

Berlin werde sehr genau prüfen, was sich aus London lernen lässt, so Nikutta in ihrem Fazit. Vorerst setzte man das neue Sicherheitskonzept weiter konsequent um. Dazu gehört auch, dass seit Monatsbeginn die Kontrolleure der Sicherheitsdienstleister von GSE und Securitas in Dienstkleidung aufträten.

Am Rand des Pressegesprächs lehnte Nikutta die Vorschläge des Innensenators nach einem totalen Alkoholverbot ab. Schon heute biete das BVG-Hausrecht alle Möglichkeiten, stark alkoholisierte und auffällige Personen aus Fahrzeugen und Anlagen zu verweisen. Wenn zukünftig mehr Personal unterwegs sei, werde man auch noch mehr und besser durchgreifen können. Ein totales Verbot von Alkohol, so Nikutta, sei derzeit nicht geplant, das sei nur die letzte Maßnahme, bis dahin gäbe es noch eine ganze Reihe von Eskalationsschritten.

Meldung vom 01.07.2011

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