ArchivAusstellung "OST- BERLIN vergessene MITTE"
SABINE PEUCKERT
Ein stadtgeschichtliches Fotoprojekt im U-Bahnhof
Weinmeisterstraße vom 6. Juli – 7. September 2011.
Feierlich eröffnet wurde die Ausstellung "Ost-BERLIN vergessene
MITTE" am 6. Juli im U-Bahnhof Weinmeisterstraße. Insgesamt 18
großformatige schwarz-weiß Fotografien der Künstlerin Sabine
Peuckert zeigen bis zum 7. September 2011 Aufnahmen der Spandauer
Vorstadt und des Scheunenviertels aus den 80er Jahren.
Berlin war seit dem 13. August 1961 durch die Mauer getrennt. Der
U-Bahnhof Weinmeisterstraße gehörte zu den verriegelten
"Geisterbahnhöfen" Ost-Berlins, durch den die Züge von West-Berlin
nach West-Berlin fuhren. Das Zentrum Ost-Berlins mit dem
neuerbauten Alexanderplatz lag in unmittelbarer
Nachbarschaft.
Die Fotografien von Sabine Peuckert sind Erinnerung an die Gegend
zwischen Hackescher Markt und Rosenthaler Platz vor dem Fall der
Mauer. Die Kriegsfolgen waren überall sichtbar: Baulücken und viele
Einschusslöcher in den bröckelnden Fassaden. Es gab Kohlenplätze
auf den freien Flächen, Lagerplätze für allerhand Baumaterialien,
Barackengebäude in unterschiedlichster Nutzung, zwei Ballhäuser,
etliche gut besuchte Kneipen, wenig Verkehr und den unvermeidlichen
Geruch von Braunkohle aus den Schornsteinen der Häuser. Unter den
Straßen fuhr, fest verschlossen, die West-Berliner U-Bahn.
Eine Sanierung dieses Altbauviertels fand nicht vor 1989 statt, so
konnte nach 1989 hier zwar auf morbider, aber dennoch erhaltener
Bausubstanz aufgebaut werden.
Der August 2011, fünfzig Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer, ist
Anlass, diese Bilder einer fast schon vergessenen Welt in
unmittelbar örtlichem Zusammenhang zu zeigen. So wird der U-Bahnhof
Weinmeisterstraße (Nord-Süd-Linie 8) eine Zeit lang zum Ort
lebendiger Geschichte und rückt zugleich die Geschwindigkeit der
baulichen und sozialen Veränderungen seit der Grenzöffnung 1989 ins
Bewusstsein.
Das Vorhaben wurde durch Zuwendungen der Bundesstiftung zur
Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit, der WALL/Decaux AG, der Berliner Verkehrsbetriebe
(BVG), Förderband e.V. Kulturinitiative und durch viele private
Hilfen ermöglicht.
Meldung vom 07.07.2011
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