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ArchivNeue Großfotos in der Laden-passage im U-Bahnhof Alexanderplatz
Für die Neugestaltung der Schaufenster der Ladenpassage sowie
für die Leitstelle im U-Bahnhof Alexanderplatz konnten die BVG und
ihre Tochterfirma URBANIS mit Harf Zimmermann einen der
renommiertesten Berliner Fotografen gewinnen. Ab sofort sind seine
Bilder im U-Bahnhof Alexanderplatz zu bewundern.
Harf Zimmermann arbeitet auf Film mit einer Plattenkamera im Format
11x14" (28x35cm) und ist damit einer von wenigen Künstlern
weltweit, die auf Verfahren vom Beginn der Fotografie
zurückgreifen. Es ist nicht nur die bestechende Detailwiedergabe,
die ihn dazu bringt, sondern gerade auch die Langsamkeit. Anders
als die frühen Fotografen, denen es gar nicht anders möglich war,
als auf die Wiedergabe von Bewegung von vornherein zu verzichten,
weil es das Verfahren gar nicht zuließ, entschied sich Harf
Zimmermann im Zeitalter der schnellen und superschnellen Medien
bewusst für eine langsame, aber präzise Methode. Zimmermann selbst
dazu: "Ich habe durch das große Format zwangsläufig sehr lange
Belichtungszeiten, teilweise mehrere Minuten. Es bilden sich also
nur Dinge und Prozesse ab, die entweder sowieso verharren oder die
ich für diesen Zeitraum einfriere, während Bewegung überhaupt nicht
oder nur verwischt stattfindet. Wendet man das auf ein Unternehmen
wie die BVG an, deren Aufgabe es ist, die Stadt in Bewegung zu
halten, entsteht ein interessantes Spannungsfeld."
Für die Wahl von Schwarzweiß gegenüber Farbe sprechen für ihn
gleich mehrere Gründe. Zum einen ist es durchaus beabsichtigt, dass
der Betrachter nicht sofort weiß, in welcher Epoche die Bilder
tatsächlich gemacht sind. Es könnte alles sein zwischen 1900 und
jetzt – wären da nicht gewisse Details, die in Farbe
selbstverständlich auf das Jetzt hinweisen würden, sich in
schwarzweiß aber in einen viel größeren Kontext einordnen, nämlich
in die großartigen Industriedokumentationen des 19. und beginnenden
20. Jahrhunderts, als der Grundstein für die Stadt gelegt wurde,
wie wir sie heute kennen. Dann sind es für ihn auch die
Gegebenheiten vor Ort selbst: "Die Ladenpassage, die ich aus meiner
Kindheit als eintönige, amputierte Hälfte einstiger Geschäftigkeit
kenne, mit mehr zugemauerten als offenen Durchgängen, ist mit den
jetzt dort ansässigen Geschäften und in neuer Gestaltung so
virulent und farbenprächtig, da kann man mit noch mehr Farbe
einfach nicht mehr auffallen." Und natürlich ist es die Faszination
dessen, dass unter all der eleganten Oberfläche und dem Komfort für
den Fahrgast immer noch das Herz einer Eisenbahn schlägt, wie sie
vor langer Zeit entwickelt und mit immer moderneren Antrieben und
schickeren Oberflächen in das Innere unserer Städte getragen
wurde.
Meldung vom 19.12.2012
Fahrplanauskunft
Die BVG ist Mitglied im Kommunalen Arbeitgeberverband Berlin (KAV Berlin)
