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Archiv"Bärlinde" macht den Weg frei für die neue U5
Tunnelvortriebsmaschine hat heute ihren Namen bekommen
Es ist eine alte, bergmännische Tradition, nach der nicht nur die
Tunnel einen Namen bekommen, sondern auch die Maschine, die sie
"auffährt". Auch wenn der Bergbau für die Berliner Verkehrsbetriebe
(BVG) bislang keine große Rolle gespielt hat, macht Deutschland
größtes kommunales Nahverkehrsunternehmen als Bauherr der U5 in dem
Fall keine Ausnahme. Die Tunnelvortriebsmaschine (TVM), die ab Juni
die erste Röhre für den Lückenschluss der U5 vom Marx-Engels-Forum
bis zum Brandenburger Tor bohren wird, hat heute den Namen
"Bärlinde" bekommen. Stilecht hat die Vorstandsvorsitzende und
Vorstand Betrieb der BVG, Dr. Sigrid Evelyn Nikutta, eine
Sektfalsche an dem 6,50 Meter im Durchmesser messenden Schneidrad
zerschellen lassen und der Maschine für ihre in Kürze beginnende
Fahrt alles Gute gewünscht.
Der Name kam übrigens von den Berlinern, genauer gesagt von Eckhard
Noack, der aus einem von BVG und Bild-Zeitung durchgeführten
Wettbewerb als Sieger hervorging. "Bärlinde" verbindet das Berliner
Wappentier mit dem Namen des Berliner Prachtboulevards "Unter den
Linden", den die Maschine ja fast komplett unterfährt und eignet
sich damit hervorragend für den "Riesen-Maulwurf", der bislang
technisch auf die eher schnöde Bezeichnung S-788 gehört hat.
"Bärlinde" ist ein von der schwäbischen Firma Herrenknecht extra
für den schwierigen Berliner Untergrund konstruiertes technisches
Wunderwerk, wiegt 700 Tonnen und ist insgesamt 75 Meter lang.
Während an ihrer Stirnseite sich das gewaltige Schneidrad mit
Unterdruck durch die Erde fräst, sorgt ein kompliziertes System im
Inneren der Maschine für den Abtransport des Aushubs nach hinten,
während gleichzeitig von dort die Tunnelbauteile, die sogenannten
Tübbinge, nach vorne transportiert und zu der fertigen Tunnelröhre
zusammengesetzt werden.
An den bereits gebauten Tunnelteilen schiebt sich die Maschine
weiter durch den sandigen und feuchten Berliner Untergrund und kann
dabei am Tag rund acht Meter zurücklegen. Der flüssige Abraum wird
über Röhren zum Marx-Engels-Forum befördert, dort wieder verfestigt
und über Lastkähne aus der Stadt nach Brandenburg transportiert.
Insgesamt werden auf diese Weise 235.000 Kubikmeter Abraum ohne
Verkehrsbelastung aus der Stadt gebracht und somit mehrere tausend
LKW-Fahrten eingespart. Der Tunnelbau der BVG passt sich damit
nahtlos in die historische Bauweise der Stadt ein, die ja zu großen
Teilen in den vergangenen Jahrhunderten "vom Kahn aus" gebaut
wurde.
Insgesamt zweimal wird sich "Bärlinde" vom Marx-Engels-Forum zum
Brandenburger Tor in Bewegung setzen und dabei jeweils eine der 1,6
Kilometer langen Röhren bohren. Dabei unterquert sie die Spree und
den Spreekanal und muss dazu bis auf eine Tiefe von rund 20 Metern
"abtauchen". Auf ihrem Weg dorthin durchfährt sie auch die beiden
zukünftigen U-Bahnhöfe Museumsinsel und Unter den Linden, wo sich
ab 2019 die neue U5 und die U-Bahnlinie U6 kreuzen und ein komplett
neuer Umsteigebahnhof entsteht. Am "Ziel" angekommen, wird sie
demontiert und zum Startschacht am Marx-Engels-Forum
zurückgebracht. Bis zum Herbst 2014 sollen die Tunnelröhren im
Rohbau fertig sein.
Eine Animation zur Funktionsweise der TVM und des Bauverfahrens
finden Sie unter: www.BVG.de/TVM
Meldung vom 06.05.2013
Fahrplanauskunft
Die BVG ist Mitglied im Kommunalen Arbeitgeberverband Berlin (KAV Berlin)
