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ArchivDer U-Bahnhof Mehringdamm bekommt ein neues "altes" Gesicht

Doppeldecker an einer Haltestelle, Pressemitteilung

Seit circa 50 Jahren verknüpft der U-Bahnhof Mehringdamm in Kreuzberg die U-Bahnlinien U6 und U7. Damit dieser wichtige Knotenpunkt auch künftig zuverlässig und ansprechend zur Verfügung steht, wird der U-Bahnhof nun grundlegend saniert. Die Sanierungsmaßnahmen finden vom 15. April bis voraussichtlich Juli 2012, sonntags bis donnerstags, jeweils von circa 21:15 Uhr bis Betriebsschluss statt. Die BVG hat sich für die Variante "Fahren und Bauen" entschieden, die zwar eine längere Bauzeit bedeutet, aber für die Fahrgäste die wesentlich angenehmere Alternative zur Vollsperrung darstellt.

Die Arbeiten umfassen zwei parallel laufende Maßnahmen:
Die Instandsetzung der Decken und Wände im Bereich der Bahnsteige und die Erneuerung der Tunnel-Außenabdichtung. Die Kosten der Gesamtbaumaßnahme betragen circa 4,8 Millionen Euro.
Mit dieser Baumaßnahme bekommt der U-Bahnhof Mehringdamm ein neues "altes" Gesicht. Die Station wird getreu dem historischen Vorbild eine neue farbliche Gestaltung bekommen, welche auch die nun freigelegten Gewölbedecken umfasst.

Zahlen, Daten, Fakten zur Baumaßnahme Mehringdamm

Innensanierung:

  • Beseitigung sämtlicher Schäden im Bereich der Decken und Wände bzw. Ersetzen durch Neubauteile. Dabei werden schadhafte Betonflächen aufgestemmt und durch Bewehrungsstahl verstärkt.
  • Verschließung mit neuer Spritzbetonschicht. Anschließende Neugestaltung der Bahnhofshalle.
  • Die Planung orientiert sich dabei stark am ursprünglichen Entwurf des Architekten Alfred Grenander. Entsprechend der historischen Ersteröffnung als Bahnhof Belle-Alliance-Straße erhält die freigelegte Gewölbedecke eine ornamentierte und farblich angepasste Putzschale.
  • Belegung der Wandflächen mit großflächigen Fliesen.
  • Im oberen Abschluss mit umlaufendem Fliesenfries, welcher sich auch an den Stützen auf den beiden Bahnsteigen und zwischen den Gleisen 3 und 4 wiederfindet.
  • Start der Maßnahmen auf Bahnsteig 2 / Fahrtrichtung Spandau bzw. Alt-Tegel
    -Abbruch von Altbeton / geschädigter Beton; ca. 660 to
    -zu bestemmende Fläche / neue Spritzbetonflächen (durchschnittliche Tiefe etwa 10cm): ca. 2.500 m2
    -Bewehrungsstahl: ca. 35 to
    -neue Putzflächen (durchschnittliche Stärke etwa 3 cm): ca. 4.700 m2
    -neue Fliesenflächen: ca. 870 m2
    -Maler- und Lackierarbeiten: ca. 5.300 m2


Außensanierung

  • Im Zuge der Sanierung der Außenabdichtung wird der über dem Bahnhof liegende Mehringdamm in 5 Fahrbahnbereichsabschnitte unterteilt. In den einzelnen Abschnitten werden dann jeweils die Straßenaufbauten und das Erdreich aufgenommen.
  • Anschließend Abbrechen des alten Schutzbetons der Abdichtung sowie Ablösung der Altabdichtung und fachgerechte Entsorgung.
  • Durch Aufbringen von Ausgleichsschichten Beseitigung von Unebenheiten und eventuellen Schäden. Anschließend Erneuerung der Abdichtung.
  • Schutz vor äußeren Einwirkungen durch eine neue Schutzbetonschicht. Nach dem Schließen der Baugrube werden die Straßenaufbauten erneuert.
  • Beginn der Arbeiten auf der "Finanzamtsseite" mit dem 1. Abschnitt, um Einfluss von Erschütterungen auf die Innensanierung zu verringern. Ende nach dem 5. Abschnitt auf der Friedhofsseite.


Die Abschnittsgrößen sind immer so gewählt, dass zu jeder Bauphase pro Fahrtrichtung 2 Spuren für den Individualverkehr gewährleistet werden können.

  • Abbruch / Neubau Geh- und Radwege: ca. 800 m2
  • Abbruch / Neubau von Fahrbahnbereichen: ca. 2.800 m2
  • Aushub / Einbau von Boden: ca. 4.000 m3
  • Abbruch / Erneuerung Tunnelabdichtung: ca. 3.000 m2



Zur Geschichte

  • Bahnhof Mehringdamm erstmals am 19. April 1924 unter dem Namen Bahnhof Belle-Alliance-Straße in Betrieb genommen.
  • Namensableitung von der in Preußen so genannten Schlacht bei Belle Alliance.
  • Bahnhof fungierte ursprünglich als Durchgangsstation für lediglich eine U-Bahnlinie, wurde aber bereits zur Inbetriebnahme dreigleisig ausgebaut.
  • Der ausführende Architekt Alfred Grenander schuf die inzwischen wieder freigelegte einzigartige dreischiffige Gewölbehalle.
  • April 1945: Eine Bombe durchschlägt die Decke der Bahnhofshalle.
    Nur kurze Zeit später wird der Bahnbetrieb wieder aufgenommen.
  • Zum 100. Geburtstag des Historikers, Publizisten und Politikers Franz Mehring im Jahr 1947 erhält der Bahnhof den Namen Franz-Mehring-Straße
  • Etwa zwei Jahre später: Umbenennung in U-Bahnhof Mehringdamm
  • 1964: Im Zuge der Erweiterung des Streckennetzes begannen die Umbauarbeiten zu einem viergleisigen und kreuzungsfreien Umsteigebahnhof (Inbetriebnahme 1966)
  • Gleichzeitige Erweiterung der Bahnsteiglänge von circa 80 auf 110 Meter. Damalige Umgestaltung des Bahnhofes durch den Architekten Rainer Gerhard Rümmler.
  • Ende 2008: Barrierefreier Umbau, u. a. mit dem Einbau von insgesamt 3 Aufzügen als Verbindung von Straßenebene und Bahnsteigen.


Meldung vom 22.06.2011

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