Glückauf, Bärlinde!
Taufe für U5-Tunnelbohrmaschine / Schneidrad heute
eingehoben
Der Riesenmaulwurf, der ab Ende Juni die erste Röhre für die neue
U5 bohrt, ist nicht länger namenlos. "Bärlinde" heißt das
technische Wunderwerk, das die schwäbische Firma Herrenknecht
eigens für den schwierigen Berliner Untergrund konstruiert hat und
das sagenhafte 75 Meter lang und 700 Tonnen schwer ist.
Ein gigantischer Raupenkran hat heute Vormittag das Schneidrad der
Tunnelvortriebsmaschine in den Startschacht am Marx-Engels-Forum
gehievt. Gemeinsam mit BILD-Leser Eckhard Noack taufte BVG-Chefin
Dr. Sigrid Evelyn Nikutta den Technik-Lindwurm mit einer Flasche
Sekt und wünschte "Bärlinde" allzeit gute und unfallfreie
Fahrt.
In einer Kooperation mit der BVG hatte die BILD-Zeitung in den
vergangenen Wochen ihre Leser aufgerufen, einen Namen für S-788 –
so die schnöde technische Bezeichnung der Maschine – zu finden.
Über 500 Berlinerinnen und Berliner schickten ihre Vorschläge.
"Bärlinde", von Leser Eckhard Noack vorgeschlagen, machte das
Rennen. Der Name assoziiert das Berliner Wappentier ebenso wie die
Linden, die von dem Riesenmaulwurf auf seinem Weg vom Roten Rathaus
zum Brandenburger Tor unterquert werden. Nach einer alten
bergmännischen Tradition erhalten sowohl Tunnel als auch Maschinen
unter Tage einen weiblichen Vornamen – in Erinnerung an die Heilige
Barbara, Schutzpatronin der Bergleute.
Ab Ende Juni wird sich Bärlinde jeden Tag ca. acht Meter durch den
märkischen Sand fressen. Im Herbst 2014 sollen beide Tunnelröhren
im Rohbau fertig sein. 2019 soll die 2,1 Kilometer lange
Neubaustrecke für die U5 zwischen Alex und Brandenburger Tor in
Betrieb gehen.
Fotos des Tunnelbohrers
U5 Webcam Bahnhof Berliner Rathaus
Webcam am Roten Rathaus mit Blick auf die Baustelle Bahnhof Berliner Rathaus.
