Was passiert am Marx-Engels-Forum?
Westlich vom Berliner Rathaus befindet sich das Marx-Engels-Forum. Dort errichtet die BVG zwar keinen Bahnhof, der Bereich wird für den Lückenschluss U5 jedoch für die Baulogistik benötigt.
Baulogistik: Tunnelbohrer und Hafenbecken
Im Jahr 2013 wird ein Kran den gewaltigen Tunnelbohrer (Schildvortriebsmaschine) in den Startschacht am Marx-Engels-Forum heben. Insgesamt fallen beim Bau der Tunnelstrecke rund 120.000 m³ Sand, Schlamm und Steine an. Mit dieser gewaltigen Menge ließen sich eine Million Badewannen füllen. Der Abraum des Bohrers wird durch die Tunnelröhre zum Marx-Engels-Forum geleitet und über Förderbänder direkt auf Schiffe verladen. Das schont die Umwelt, denn damit werden die für das Bauvorhaben notwendigen LKW-Fahrten über die Stadtstraßen erheblich reduziert. (Ein durchschnittlicher LKW kann ca. 10 Kubikmeter transportieren. Der Hafen ersetzt also 12.000 LKW-Fahrten!) Ab 2013 wird man dann auf der Spree regelmäßig auch wieder Lastkähne mit U-Bahnbauschutt sehen können.
Lückenschluss U5: Marx und Engels werden verrückt
Um Platz für die künftige Baustelleneinrichtung zu schaffen, wurde das Denkmal für Karl Marx und Friedrich Engels am 7. und 8. September 2010 an sein Übergangsquartier versetzt. Bauarbeiter lösten die beiden tonnenschweren Bronzefiguren einzeln von ihrem Sockel und brachten sie dann nacheinander mit einem Sattelschlepper zu ihrem neuen Standort. Die Herren stehen jetzt 80 Meter weiter am Rand der Grünanlage zwischen Nikolaiviertel und Karl-Liebknecht-Brücke. Somit blicken die Begründer des Sozialismus und Kommunismus für die Dauer der U-Bahn-Bauarbeiten nicht mehr Richtung Fernsehturm, sondern erstmals über die Spree Richtung Westen.
Die Regisseurin Annett Schütze hat die Umsetzung des Denkmals in ihren „Beobachtungen am Marx-Engels-Forum, Berlin-Mitte" festgehalten.
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Beobachtungen am Marx-Engels-Forum
Die Regisseurin Annett Schütze hat die Umsetzung des Denkmals in ihren „Beobachtungen am Marx-Engels-Forum, Berlin-Mitte" festgehalten. “Beobachtungen am Marx-Engels-Forum, Berlin-Mitte" August 2008 - September 2011 Filmtrailer von Annett Schütze Kamera: Björn Bethke, Yoliswa Gärtig, Ines Thomsen Ton: Christoph Engelke Regie und Copyright: Annett Schütze
BVG_Marx_und_Engels_360-202.flv
“Beobachtungen am Marx-Engels-Forum, Berlin-Mitte"
August 2008 - September 2011
Filmtrailer von Annett Schütze
Kamera: Björn Bethke, Yoliswa Gärtig, Ines Thomsen
Ton: Christoph Engelke
Regie und Copyright: Annett Schütze
Weitere Eindrücke vom Geschehen am Marx-Engels-Forum sehen Sie hier.
Nach Fertigstellung des U-Bahnbaus wird das gesamte Ensemble - bestehend aus den von Ludwig Engelhardt geschaffenen Bronzefiguren von Karl Marx (Höhe 2,77 Meter) und Friedrich Engels (Höhe 3,07 Meter), den fünfteiligen Marmorreliefs "Alte Welt" (Werner Stötzer), den vier Doppelstelen aus Edelstahl zu Geschichte der Arbeiterbewegung (Arno Fischer und Peter Voigt) und den zwei doppelseitigen Bronzereliefs "Die Würde und Schönheit freier Menschen" (Margret Middell) - wieder an seinen ursprünglichen Standort zurück kehren. Dafür wurde das gesamte Marx-Engels-Forum digital kartografisch erfasst, so dass eine originalgetreue Wiederherstellung des ursprünglichen Ensembles bis hin zum Pflaster garantiert ist.