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Architektur U-Bahn

U-Bahnhof Alexanderplatz

Bauliche Besonderheiten gibt es viele bei 173 U-Bahnhöfen. Von alten U-Bahnhöfen bis zu baulichen Vorleistungen - wir haben hier einige U-Bahnschmankerl zusammen gestellt.

1913 wurde der erste Teil des U-Bahnhofs Alexanderplatz im Zuge des Ausbaus der heutigen Linie U2 erbaut. Gestaltet wurde der U-Bahnhof vom Architekten Alfred Grenander, der zu dieser Zeit Chefarchitekt der Berliner Hoch- und U-Bahn war. In den zwanziger Jahren wurde der Platz und der U-Bahnhof umgestaltet Die Bahnsteige mussten für die Linien D (heute U8) und E (heute U5) erweitert werden. Mit Eröffnung des fertig gestellten Bahnhofs öffnete auch die erste unterirdische Ladenpassage Berlins, die beim Umsteigen zwischen den Linien U2 und U8 zu erreichen ist. Der U-Bahnhof Alexanderplatz beheimatet insgesamt drei U-Bahnlinien U2, U5 und U8. Übertroffen wird das nur vom U-Bahnhof Nollendorfplatz, dort verkehren vier Linien von der Linie U1 bis Linie U4.

Ebenfalls ein baulich sehr interessanter U-Bahnhof ist der U-Bahnhof Wittenbergplatz. Dieser Bahnhof stammt aus dem Entstehungsjahr 1902 der U-Bahn. Hier treffen sich heute die Linien U1, U2 und U3. Dieser Bahnhof wurde damals nach Plänen von Paul Wittig als einfacher Bahnhof mit zwei Seitenbahnsteigen gebaut.
Im Jahr 1912 wurde der Bahnhof komplett von Alfred Grenander umgestaltet. Zwei neue Linien, einmal in Richtung Dahlem und in Richtung Kurfürstendamm, waren zu diesem Zeitpunkt dazugekommen. Es entstand ein Bahnhof mit fünf Gleisen und ein Sechstes wurde vorbereitet. Angepasst an den Wittenbergplatz und das nahe liegende KaDeWe wurde auch die Eingangshalle repräsentativ umgestaltet. Grenander prägte aber auch noch weitere U-Bahnhöfe in ihrer Gestaltung: Einfarbig gekachelte Wände und die Idee mit einzelne Farben die Stationen zu kennzeichnen gehen auf ihn zurück und prägen heute noch U-Bahnhöfe auf der Linie U8.

Historisch - U Stralauer Tor

Ehemalige Bahnhöfe

Neben den aktiven U-Bahnhöfen gibt es U-Bahnhöfe, die heute nicht mehr in Betrieb sind. Einer davon ist der U-Bahnhof Stralauer Tor. Dieser ehemalige U-Bahnhof in Berlin lag auf der östlichen Spreeseite zwischen den U-Bahnhöfen Warschauer Straße und Schlesisches Tor. Eröffnet wurde er 1902 und im Jahr 1924 benannte man ihn in Osthafen um. Im Zweiten Weltkrieg wurde dieser Bahnhof völlig zerstört. Einen Wiederaufbau gab es nicht, da er durch die Nähe zum U-Bahnhof Warschauer Straße überflüssig geworden war.

Ein weiterer Bahnhof, der heute nicht mehr in Betrieb ist, ist der U-Bahnhof Nürnberger Platz. Dieser wurde im Juli 1959 geschlossen, weil er durch den Ausbau der Linie 9 (ehemals Linie G) unnötig wurde. Von der Station ist heute nichts mehr vorhanden. Ersatzweise für diesen Bahnhof wurde die neue Station Augsburger Straße erbaut.

Von 1906 bis 1970 gab es schon mal einen U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz, der vormals Wilhelmplatz hieß. Die Strecke zweigte am U-Bahnhof Deutsche Oper (früher Bismarckstraße) ab. Das ist heute noch gut an der Viergleisigkeit des U-Bahnhofs zu erkennen. Der U-Bahnhof Wilhelmplatz war mit drei Bahnsteiggleisen als Kopfbahnhof großzügig gestaltet. Mit der Verlängerung der U7 fiel dann die Entscheidung, diesen Abzweig nicht mehr zu nutzen. Der alte Bahnhof Wilhelmplatz wurde komplett zurückgebaut und zugeschüttet. Der neue U-Bahnhof Richard-Wagner Platz wurde aus diesem Grund nicht in einfacher, sondern in doppelter Tiefenlage gebaut. An dieser Stelle gibt es heute eine der wenigen Gleisverbindungen zwischen Groß- und Kleinprofil im U-Bahnnetz.

FIFA-WM 2006 Berlin: Ausstellung Pelestation U-Bhf Potsdamer Platz

Bauliche Vorleistungen für ehemals geplante U-Bahnlinien

In Berlin gibt es bereits zahlreiche U-Bahnbauten für ehemals geplante U-Bahnlinien. Hier einige Beispiele:

U-Bahnhof Potsdamer Platz
Unter dem Potsdamer Platz befindet sich ein U-Bahnhof für eine künftige Linie von Weißensee nach Charlottenburg. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Linie ausgebaut wird, ist allerdings sehr gering. Momentan wird der U-Bahnhof von einer Eventagentur verwaltet und sehr häufig für Veranstaltungen genutzt. Während der Fußball-Weltmeisterschaft wurde hier die Pele-Station eingerichtet.

U-Bahnhof Oranienplatz (Dresdener Straße)
Dieser Bahnhof existiert nur im Rohbau. Lange Zeit wurde er von der Bewag als Umspannwerk genutzt. Geplant war der U-Bahnhof damals für die Linie D (heutige U-Bahnlinie 8). Diese geradlinige U-Bahnführung wurde zu Gunsten des Anschlusses an den U-Bahnhof Moritzplatz verworfen. Die Anbindung an das bestehende Kaufhaus Wertheim am Moritzplatz hatte Vorrang. Mit diesem Bau entstand eine 90-Grad-Kurve zwischen den U-Bahnhöfen Moritzplatz und Kottbusser Tor.

Gleisanlage auf dem U-Bahnhof Jungfernheide

U-Bahnsteige in betriebenen U-Bahnhöfen

Rathaus Steglitz, Schloßstraße, Walther-Schreiber-Platz, Innsbrucker Platz, Kleistpark - Diese U-Bahnvorbauten wurden im Zuge einer ehemals geplanten U-Bahnlinie 10 fertig gestellt. Einige Bahnsteige sind Seitenbahnsteige der bestehenden U-Bahnlinie U9 (Rathaus Steglitz - Osloer Straße). Die Bahnhöfe sind zum großen Teil nicht genutzt und sind auch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Jungfernheide - Mit diesem U-Bahnhof verhält es sich ähnlich wie bei den Anderen. Dieser Bahnhof ist doppelstöckig gebaut, wie der U-Bahnhof Schloßstraße, und sollte als Verlängerung der U-Bahnlinie U5 dienen. Zäune sperren die ungenutzten Bahnsteige ab. In dem bereits miterrichteten Tunnel in Richtung Flughafen Tegel wurde im Jahr 2003 eine Feuerwehrübungsanlage eröffnet. In dieser Übungsanlage kann der Notfall nachempfunden und geprobt werden. Die Anlage kann bei der U-Bahn zu diesem Zweck gemietet werden.


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