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Wir haben das Rad neu erfunden
Die Entstehung von Flachstellen kann durch geeignete Maßnahmen
weitestgehend vermieden werden. Deshalb sind alle Neufahrzeuge mit
modernen mikroprozessorgesteuerten Gleitschutzanlagen ausgerüstet
worden (vergleichbar mit ABS beim Auto).
Die Unregelmäßigkeiten, die sich am Radumfang ausbilden, entstehen
häufig durch so genannte Polygonbildung. Statt rund zu bleiben wird
das Rad "vieleckig"(polygon). Je länger die Einsatzdauer, desto
mehr kleinere Abflachungen entwickelt ein Rad. Bei hohen
Geschwindigkeiten können diese polygonen Verformungen deutlich mehr
Lärm erzeugen.
Schwierig war es bislang, die "Verursacher" herauszufinden, ohne
komplette Züge zeitweise aus dem Betrieb zu nehmen und in der
Werkstatt zu untersuchen. Inzwischen gibt es wirkungsvolle Abhilfe:
Mittels so genannter "Körperschallmessstationen" auf allen
U-Bahn-Strecken erfolgt die Identifizierung der "Krachmacher"
während der Fahrt. Die Messstationen identifizieren quasi im
Vorbeifahren den betroffenen U-Bahn-Wagen und melden seine Daten an
die Werkstatt. Dort kann dann das betroffene Rad gezielt bearbeitet
werden.
Sanierung U-Bahnlinie 1
Außerdem wurden im Rahmen der Sanierung der Brückenfahrbahnen
der Hochbahnviadukte der U-Bahn-Linie 1 bereits in den Jahren 2000
und 2001 zwei Versuchsabschnitte mit verschiedenen hochelastischen
Schienenbefestigungssystemen auf "Fester Fahrbahn (FF)"
eingebaut.
Bei diesen Systemen werden die bei U-Bahnen durch den
Rad-Schiene-Kontakt zwangsläufig entstehenden Schwingungen
minimiert. Diese Schwingungen belasten einerseits das filigrane
Brückentragwerk der Hochbahn, andererseits regen sie die
"schwingfreudigen" Bleche zwischen den Trägern teilweise sehr stark
an.
Das dabei entstehende Dröhnen und Rumpeln wird sowohl von Anwohnern
als auch von Fahrgästen als störend empfunden. Bei den Teststrecken
wurden zwei Systeme erprobt:
- die kontinuierlich elastisch gelagerte Version, genannt Flüsterschiene,
- die diskret elastisch gelagerte Version, das so genannte Delta-Lager.
Der Einbau und die Erprobung der hochelastischen FF wurden von
wissenschaftlichen Instituten und externen Ingenieurbüros
begleitet.
Die Minimierung der Schwingungen und Minderung der
Körperschallpegel ca. 12 dB (A) und Luftschallpegel ca. 8 dB
(A) waren bei beiden Systemen viel versprechend und annähernd
gleich. Als Ergebnis wurde aus oberbautechnischen und
wirtschaftlichen Gründen festgelegt, dass in den
Sanierungsbereichen auf den Hochbahnviadukten zukünftig die FF mit
Delta-Lagern eingebaut wird. In den Jahren 2003 und 2004 wurde im
Bereich der Bahnhöfe Möckernbrücke und Hallesches Tor ein 800 m
langer Abschnitt der Hochbahn zur FF umgebaut.
Als weitere schallmindernde Maßnahme wurde festgelegt, dass bei der
Erneuerung von Weichenanlagen innerhalb der Tunnelbauwerke, falls
die örtlichen Rahmenbedingungen diese Maßnahmen zulassen, immer
eine Unterschottermatte (USM) eingebaut wird. Durch die USM wird
die in Weichenbereichen besonders starke Körperschallanregung in
der neben den Tunnelbauwerken liegenden Bebauung deutlich
reduziert. Problematisch erweist sich hierbei immer wieder die
teilweise sehr niedrige lichte Höhe zwischen Tunnelsohle und -decke
in den Altanlagen der Berliner U-Bahn.
