Fahrzeuge der Straßenbahn
Die Berliner Straßenbahn wurde in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts zu einem großen Betrieb zusammengeschlossen. Die Fahrzeugtypen waren zu diesem Zeitpunkt sehr verschieden: Es gab unterschiedliche Hersteller, Formen und Bezeichnungen.
Die Baureihe T24 war der erste einheitliche Fahrzeugtyp, der mit einer Stückzahl von 1300 Fahrzeugen ausgeliefert wurde. Es folgten die Baureihen T27 und später TM-Wagen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verlief die Straßenbahngeschichte im West- und Ostteil Berlins sehr unterschiedlich.
1954 beschloss der Beirat der BVG die Einstellung des Straßenbahnbetriebes in West-Berlin. Die Stilllegung sollte innerhalb der nächsten 15 Jahre ausgeführt werden. Das Ende kam aber schon 1967. Die letzten eingesetzten Fahrzeuge waren in dieser Zeit die der Baureihe TM 33.
Im Ostteil rüstete man die verbliebenen Fahrzeuge elektrisch auf. Das Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Schöneweide begann 1959 mit dem Umbau der Baureihe T24 zu REKO-Wagen mit den Bezeichnungen TE 59, TE 63 und TE 64. Die Wagen konnten sowohl als Einrichtungs- wie auch als Zweirichtungsfahrzeuge genutzt werden.
Die REKO-Wagen waren bis 1996 im Köpenicker Netz im Einsatz.
Die BVB (Ost) bestellte Ende der 70er Jahre neue Wagen des tschechischen Herstellers Tatra. Bezeichnung: KT4D- vierachsiger Gelenkwagon und T6A 2D- vierachsiger Großraumwagen. Insgesamt wurden 582 Tatra-Wagen angeschafft.
Der Fahrzeugpark der Berliner Straßenbahn umfasst heute zwei verschiedene Fahrzeugfamilien. Neben den modernisierten Tatra-Hochflurfahrzeugen sind noch sechsachsige Niederflurstraßenbahnen unterwegs. Diese Doppelgelenktriebwagen des Typs GT6N und GT6N-Z gibt es in Ein- und Zweirichtungsausführung. Zur Zeit der Wende besaß die BVB (Ost) zirka 1.024 Fahrzeuge. Heute sind es etwa noch 390 Stück.
Neue Straßenbahn für Berlin
Auf Grundlage des Beschlusses des BVG-Aufsichtsrates aus dem Jahr 2006 wurden 2008 vier Vorserienfahrzeuge vom neuen 100-prozentigem Niederflurfahrzeug FLEXITY Berlin von Bombardier Transportion an die BVG übergeben.
Die vier Vorserienfahrzeuge, jeweils ein Ein- und Zweirichtungsfahrzeug in zwei unterschiedlichen Längen, wurden bis Sommer 2009 ausgiebig auf den Linien M2, M4, M5 und M10 eingesetzt und getestet. Am 1. September 2009 erfolgte die Bestellung von 99 Fahrzeugen dieses Typs mit einer Kaufoption über weitere 33 Stück. Die Auslieferung begann 2011.
FLEXITY Berlin wurde in enger Zusammenarbeit zwischen Bombardier und der BVG entwickelt und an die Bedürfnisse einer Metropole wie Berlin und seine Fahrgäste optimal angepasst.