Drucken. | .

Wasserstoff als Energieträger

Bus vor der Gedächtniskirche

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) als Deutschland größtes kommunales Nahverkehrsunternehmen testen Wasserstoffverbrennungsmotoren in ihren Omnibussen auf ihre Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Seit 2006 sind Eindecker-Omnibusse des Herstellers NEOMAN im Linieneinsatz, ausgerüstet mit Saugmotorantrieb. Unter den harten, realistischen Bedingungen des Berliner Großstadtverkehrs werden dabei die Logistik, das Handling und die Ergiebigkeit von gasförmigem Wasserstoff als Kraftstoff erprobt und so wichtige Erkenntnisse für einen zuverlässigen und wirtschaftlichen Einsatz von alternativen Antrieben im Öffentlichen Personennahverkehr einer Metropole gewonnen.

Für ein wirtschaftlich geführtes Verkehrsunternehmen wie die BVG sind dabei Kriterien wie Grossserientauglichkeit und Zuverlässigkeit im täglichen Einsatz von entscheidender Bedeutung.
Die Hybridtechnologie mit elektrischem Antrieb als Option für Dieselbusse zur Kraftstoffeinsparung und Geräuschreduktion ist auch auf den Wasserstoffbus mit Verbrennungsmotor direkt anwendbar.

Wasserstoff hat mittel- bis langfristig das Potenzial, den Ausstoß klimaschädlicher Abgase maßgeblich zu verringern. Ein Omnibus, der mit regenerativem Wasserstoff als Kraftstoff betrieben wird, emittiert kein CO2 und fährt praktisch schadstofffrei – ganz gleich ob die Antriebsenergie über Wasserstoffverbrennungsmotoren oder über Brennstoffzellen bereitgestellt wird.

Die Berliner Verkehrsbetriebe gehören beim Thema Wasserstoff zu den „early adopters“ und haben erste Erfahrungen im Rahmen des EU-geförderten Projekts HyFLEET:CUTE bereits ab Januar 2006 gesammelt.

Die ersten Fahrzeuge kamen zur Fußballweltmeisterschaft im Juli 2006 zur BVG und sind seitdem im regulären Liniendienst der BVG eingesetzt. Dabei überzeugen sie durch ihre hohe Betriebssicherheit und ihre Servicefreundlichkeit.

Mit einem Verbrauch von rund 20 kg Wasserstoff/100 km (entspricht circa 43 Litern bei vergleichbaren Dieselbussen) sind diese Fahrzeuge im Fahrbetrieb praktisch emissionsfrei.

Die grundlegende Funktionsweise der MAN-Wasserstoffverbrennungsmotoren entspricht weitgehend den bewährten Erdgasmotoren. Die Abgasemissionen des Wasserstoffmotors liegen weit unterhalb der ab 2008 geltenden Euro 5 Norm und erfüllen damit bereits heute zukünftige Abgasstandards.

Zur Instandsetzung der Busse dient eine speziell für die Wasserstofftechnologie konzipierte Werkstatt. Mit dem TÜV entwickelte Sicherheitsvorkehrungen und Konzepte ermöglichen Arbeiten am Gassystem der Omnibusse.
Zur Betankung ihrer Busse arbeitet die BVG eng mit TOTAL Deutschland zusammen, die an ihrer Tankstelle an der Heerstraße in Spandau sowohl die Busse der BVG als auch die PKW der CEP betankt. Hier legt man besonderen Wert auf eine hohe Betriebsicherheit und Verfügbarkeit der Betankungseinrichtungen. Neben der Bereitstellung von flüssigem Wasserstoff wird gasförmiger Wasserstoff gegenwärtig auch mittels Dampfreformierung aus LPG erzeugt, einem Beiprodukt der Erdölraffinierung.

Vorteil dieses Verfahrens ist, dass es eine reibungslose Erprobung der Fahrzeuge ermöglicht und damit den Nachweis einer prinzipiellen Machbarkeit erlaubt. Durch Nutzung von "Abfallwasserstoff" anstelle von Diesel erfolgt unmittelbar eine CO2- Reduzierung beim Betrieb der Busse.

Zurzeit entwickeln die Berliner Verkehrsbetriebe ihre Wasserstoffaktivitäten weiter. Durch neue Tankanlagen und eine Verlagerung der Wasserstoff-HotSpots in Berlin und dem Umland werden zusätzliche Einsatzmöglichkeiten vorstellbar, die auch für die H²-Busflotte der BVG neue Perspektiven ermöglichen. Die 4 MAN- Wasserstoffbusse mit Saugmotor werden im Rahmen von CEP 2 bis zum Jahr 2014 weiterbetrieben Mit Fahrzeugherstellern laufen zudem Gespräche über den Einsatz weiterer, Wasserstoff getriebener Omnibusse.

Regenerativer Wasserstoff als Kraftstoff der Zukunft ist für die Berliner Verkehrsbetriebe nach wie vor eine wichtige Option für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens und ein bedeutender Beitrag zur Erhöhung der Lebensqualität in der Metropole Berlin. Deswegen arbeitet die BVG, gemeinsam mit Produzenten und Automobilpartnern, aktiv in der CEP an dem gemeinsamen Ziel, die Sicherung der Mobilität bei gleichzeitiger Schonung der fossilen Ressourcen auch zukünftig möglich zu machen.

Fahrplanauskunft

KAV Berlin

KAV Berlin

Die BVG ist Mitglied im Kommunalen Arbeitgeberverband Berlin (KAV Berlin)

Kommunaler Arbeitgeberverband Berlin

Stellenangebote

Nachtaufnahme Tempelhofer Ufer mit durchfahrender U-Bahn