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Auf jede Frage eine Antwort. Das BVG Call Center
FAQ
Lückenschluss U5
- Wie viele neue Bahnhöfe wird es geben? Und wo?
- Was passiert beim Lückenschluss U5?
- Wie lang ist die gesamte Strecke und wie ist der genaue Streckenverlauf?
- Welchen Nutzen bringt die neue U5 für Berlin?
- Wie viele Fahrgäste werden täglich die verlängerte U5 nutzen?
- Wer profitiert besonders von der neuen Verbindung?
- Was kostet der gesamte Bau?
- Mit welcher Bauzeit ist zu rechnen?
- Wer hat die Entscheidung für die Verlängerung der U5 getroffen?
- Warum gab es Verzögerungen beim Baubeginn?
- Wie wird die U5 gebaut?
- Welche technische Lösung wird für die Baugruben angewandt?
- Wie entsteht der U-Bahntunnel?
- Wie wirkt sich der Bau des Kreuzungsbahnhofs Unter den Linden auf den ÖPNV aus?
- Wie werden die Verkehrseinschränkungen abgemildert?
- Wie werden die Auswirkungen der Bauarbeiten möglichst gering gehalten?
- Warum wird es keinen Umsteigebahnhof „Französische Straße“ geben?
- Was passiert mit dem Bahnhof Französische Straße?
Antworten
- Wie viele neue Bahnhöfe wird es geben? Und wo?
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Drei neue Bahnhöfe entstehen entlang der Neubaustrecke: Berliner Rathaus, Museumsinsel und, als zukünftiger Kreuzungsbahnhof von U6 und U5, der U-Bahnhof Unter den Linden.
- Was passiert beim Lückenschluss U5?
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Die Verlängerung der U5, eines der derzeit größten Verkehrsinfrastrukturprojekte Berlins, ist teilweise als U55 bereits fertig gebaut. Der Lückenschluss der BVG verlängert die U5 vom Alexanderplatz nun zum Brandenburger Tor und führt sie dort mit der bereits fertigen U55 zusammen. Aus U5 und U55 wird eine Linie: die neue U5.
- Wie lang ist die gesamte Strecke und wie ist der genaue Streckenverlauf?
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Die Neubaustrecke ist 2,2 Kilometer lang. Sie führt vom Alexanderplatz vorbei am Berliner Rathaus. Sie kreuzt dann das Marx-Engels-Forum sowie Spree und Spreekanal im Bereich des künftigen Humboldt-Forums. Danach verläuft sie unter dem Boulevard Unter den Linden bis zum U-Bahnhof Brandenburger Tor. Nach Verbindung mit dem Teilstück der U55, das 1,5 Kilometer beträgt und der 18,3 Kilometer langen jetzigen U5 wird die gesamte neue U5 von Hönow bis Hauptbahnhof eine Streckenlänge von 22 Kilometer haben.
- Welchen Nutzen bringt die neue U5 für Berlin?
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Der Lückenschluss zwischen U5 und U55 schafft eine direkte Anbindung der östlichen Stadtteile an die Historische Mitte, das Regierungsviertel und den Hauptbahnhof. Andersherum erhält auch der Hauptbahnhof über Bundestag und Brandenburger Tor hinaus eine leistungsfähige Anbindung an das gesamte U-Bahnnetz. Für Fahrgäste wird endlich das direkte Umsteigen von der Linie U5 zu der U6, S1 und S2 möglich. Das Schnellbahnnetz in Mitte wird engmaschiger, Fahrgäste gelangen schneller und direkter an ihr Ziel.
- Wie viele Fahrgäste werden täglich die verlängerte U5 nutzen?
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Nach Fertigstellung werden für die Strecke Alexanderplatz und Unter den Linden/Friedrichstraße täglich 100.000 - 155.000 Fahrgäste erwartet, das entspricht in etwa der Einwohnerzahl einer Großstadt wie Oldenburg.
- Wer profitiert besonders von der neuen Verbindung?
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Rotes Rathaus, Nikolaiviertel und Museumsinsel sind für die Besucher und Gäste der Stadt sowie Berlinerinnen und Berliner endlich direkt erreichbar. Die Kreuzung Unter den Linden/Friedrichstraße wird als Shopping-Meile rundherum erschlossen.
Vor allem die Bürgerinnen und Bürger aus den großen Wohngebieten im Osten Berlins können mit ihr die Innenstadt besser erreichen. Ein Beispiel: Für die Strecke Frankfurter Tor zum Brandenburger Tor benötigt man Beispiel derzeit bei zweimaligem Umsteigen rund 30 Minuten. Mit der verlängerten U5 gelangen Fahrgäste direkt und in nur zehn Minuten ans Ziel. Die neue U5 entlastet S-Bahn und U2 zudem bei den werktäglichen Pendlerströmen von Ost nach West. - Was kostet der gesamte Bau?
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Für den Lückenschluss der U5 sind 433 Millionen Euro veranschlagt. Die BVG als Bauherr errichtet die Neubaustrecke im Auftrag des Berliner Senats mit Bundes- und Landesmitteln.
- Mit welcher Bauzeit ist zu rechnen?
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Der Spatenstich für den Bau der neuen U5 erfolgte im April 2010. Daran schlossen unmittelbar archäologische Grabungen und Leitungsarbeiten an. Diese sogenannte "Baufeldfreimachung" wurde mit den letzten bauvorbereitenden Leitungsumverlegungen im Frühjahr 2012 abgeschlossen. Mit der im Sommer 2011 erteilten Baugenehmigung konnte die Ausschreibung für das Tiefbauunternehmen starten und die BVG im April 2012 mit dem ersten Schlitzwandgriff die Rohbauphase für Bahnhöfe und Tunnel einläuten. Die Bauzeit der Strecke zwischen Berliner Rathaus und Brandenburger Tor beträgt sieben Jahre. Die neue U5 soll 2019 dann direkt durch Berlins Mitte fahren.
- Wer hat die Entscheidung für die Verlängerung der U5 getroffen?
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Die Verlängerung der U5 geht bereits auf Planungen aus den 1920er Jahren zurück. Mit dem Hauptstadtvertrag haben sich der Bund und das Land Berlin Anfang der 90er Jahre darauf geeinigt, die Verlängerung der U5 zwischen Alexanderplatz und Lehrter Bahnhof, dem heutigen Hauptbahnhof, zu bauen.
- Warum gab es Verzögerungen beim Baubeginn?
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Das gesamte Bauvorhaben ist seit 1999 planfestgestellt. Im Juni 2001 setzte der Senat von Berlin es aus Kostengründen aus. Eine Einigung zwischen der Bundesregierung und dem Senat im März 2004 ermöglichte, die Planungen für den Bau fortzuführen. So konnte der U-Bahnhof Brandenburger Tor und die U55 als erstes Teilstück der Verlängerung im August 2009 eröffnet werden.
Der offizielle Spatenstich für den Lückenschluss U5 fand im April 2010 statt, gefolgt von vorbereitenden Arbeiten wie archäologischen Rettungsgrabungen und Leitungsverlegungen, um das Baufeld freizuräumen. Durch das bis Sommer 2011 laufende Planänderungsverfahren und aufgrund von archäologischen Funden vor dem Roten Rathaus verzögerte sich der für ursprünglich April 2011 anvisierte Rohbaubeginn. Der Rohbau der Bahnhöfe Museumsinsel und Unter den Linden sowie des Startschachtes und der Gleiswechselanlage hat in der ersten Jahreshälfte 2012 begonnen.
Der Bahnhof Berliner Rathaus wurde für den Erhalt der archäologischen Funde umgeplant. Die Rohbauarbeiten für diesen Bahnhof beginnen durch die Umplanung Anfang 2013. - Wie wird die U5 gebaut?
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Der überwiegende Teil der Strecke wird unterirdisch gebaut, weshalb die Bauarbeiten nur an einigen Stellen sichtbar sind. Größere Baugruben sind lediglich für den Neubau der U-Bahnhöfe „Berliner Rathaus“ und „Unter den Linden“ sowie für die Herstellung eines Startschachtes und einer Gleiswechselanlage im Bereich Marx-Engels-Forum notwendig. Beim Bahnhof „Museumsinsel“ entstehen nur zwei kleinere Gruben und die Zugänge in offener Bauweise – der Bahnhof selbst wird bergmännisch, also unter der Erde, gebaut.
- Welche technische Lösung wird für die Baugruben angewandt?
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Den Rohbau der Bahnhöfe „Berliner Rathaus“ und „Unter den Linden“ stellt die BVG in offener Bauweise mittels der sogenannten Wand-Sohle-Deckel-Bauweise her. Hierbei werden zur vertikalen Abdichtung der zukünftigen Baugruben bis zu 30 Meter tiefe Wände aus Stahlbeton im Schlitzwandverfahren hergestellt. Ihre horizontale Basisabdichtung erhalten die Baugruben erfolgt über Dichtsohlen. Für die Herstellung dieser „wasserdichten“ Sohlen kommen sowohl Unterwasserbetonsohlen als auch das Düsenstrahlverfahren zum Einsatz. Nach der Abdichtung erhalten die Baugruben einen Betondeckel. Während darüber zeitnah wieder Verkehrswege verlaufen können, wird unter dem Deckel weiter gebaut. In den wasserdichten und „gedeckelten“ Baugruben entstehen dann die Bahnhofsbauwerke.
- Wie entsteht der U-Bahntunnel?
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Die Tunnelröhren der U5 werden im Schildvortrieb gebaut. Schildvortriebsmaschinen sind im Prinzip gigantische Maulwürfe mit Fräsen, die sich durch den Untergrund wühlen und neben dem Graben auch gleich den Tunnelrohbau erledigen. Die Bauleute lassen die Tunnelbohrmaschine (TBM) über eine Baugrube am Marx-Engels-Forum ein und holen sie nach den Bohrungen vor dem Bahnhof Brandenburger Tor wieder heraus. Der Aushub des Tunnelbaus wird durch die Tunnelröhre zum Marx-Engels-Forum geleitet und über Förderbänder direkt auf Schiffe verladen. Damit sind Lkw-Fahrten über die Stadtstraßen weitgehend überflüssig.
- Wie wirkt sich der Bau des Kreuzungsbahnhofs Unter den Linden auf den ÖPNV aus?
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Während der Baumaßnahmen kommt es zu Einschränkungen und wechselnden Verkehrsführungen, über die die BVG im Zuge der Baumaßnahme fortlaufend informiert. Die U6 ist zwischen Friedrichstraße und Französische Straße von Juli 2012 bis Herbst 2013 unterbrochen. Viele U6-Fahrgäste laufen das 500m kurze Stück (Laufzeit ca. acht Minuten). Ein Schienenersatzverkehr ist mit dem Bus 147 eingerichtet.
Mehr Informationen zur zeitweiligen Unterbrechung der U6 lesen Sie hier.
Die BVG wird über die jeweiligen Verkehrseinschränkungen in den einzelnen Bauphasen über Ankündigungen in Presse und Rundfunk informieren.
- Wie werden die Verkehrseinschränkungen abgemildert?
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Um den Verkehr aufrechtzuerhalten, wurde die Planung so verändert, dass der U-Bahnhof Unter den Linden nun komplett unter dem Mittelstreifen und der südlichen Fahrbahn liegt. Busse und Fahrräder können die nördliche Fahrbahn weiterhin in beide Richtungen befahren. Die südliche Fahrbahn des Boulevards Unter den Linden wie auch der südlich anschließende Teil der Friedrichstraße ist von Juli 2012 für voraussichtlich ein Jahr gesperrt. Für die Fußgänger der Friedrichstraße (Nord – Süd Richtung) wird es für die Baustellenquerung Unter den Linden stets zwei Übergänge geben.
- Wie werden die Auswirkungen der Bauarbeiten möglichst gering gehalten?
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Die BVG hat ein Lärmschutzgutachten erstellen lassen. Wir sichern Ihnen zu, dass bei den Arbeiten nur Baumaschinen zum Einsatz kommen, die mit der vorgeschriebenen TÜV-Plakette mit Schallleistungspegel versehen sind. Auch für die Arbeitszeiten gibt es strenge Vorschriften: Die Kernzeit geht montags bis freitags von 7 bis 20 Uhr, bei großem Zeitdruck darf von 6 bis 22 Uhr gearbeitet werden. Lärmintensive Tätigkeiten sind aber nur während der Kernzeit erlaubt.
Die Baugruben entstehen in Deckelbauweise: Sobald die Baugrube die vorgesehene Tiefe erreicht hat, wird sie mit einem Deckel verschlossen. Von den Bauarbeiten ist dann kaum noch etwas zu sehen und zu hören. Sind überirdisch staubige Tätigkeiten auf größeren Baufeldern erforderlich, werden Beregnungsanlagen installiert, die den Staub durch Dauerbewässerung binden. - Warum wird es keinen Umsteigebahnhof „Französische Straße“ geben?
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Für eine Streckenführung der U5 über den bestehenden Bahnhof in der Französischen Straße hätten bebaute Grundstücke unterfahren werden müssen. Dies ist bautechnisch schwierig und sehr teuer. Zudem hätte man den Französischen Bahnhof neu bauen müssen, um ihn als Umsteigebahnhof von U5 zu U6 zu nutzen.
- Was passiert mit dem Bahnhof Französische Straße?
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Nur wenige Meter entfernt vom heutigen nördlichen Zugang des Bahnhofs Französische Straße finden Fahrgäste zukünftig den südlichen Zugang des Bahnhofes "Unter den Linden" vor.
Der Bahnhof Französische Straße bleibt als Bauwerk erhalten, wird aber als Station vom U-Bahn-Netz genommen. Die Zugänge werden verschlossen und der Bahnhof wird von der U6 ohne Halt durchfahren. Eine weitere Nutzung des Bahnhofs Französische Straße, etwa als Veranstaltungsort, ist nicht ausgeschlossen.
U5 Webcam Bahnhof Berliner Rathaus
Webcam am Roten Rathaus mit Blick auf die Baustelle Bahnhof Berliner Rathaus.
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