Firmenticket FAQ

Stand: 12.05.2022

Im Rahmen des Entlastungspaketes der Bundesregierung ist das 9-Euro-Ticket für euch und uns eine Chance, gemeinsam die Mobilität in Berlin zu verändern. Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Bundesrat am 20. Mai 2022 wird das Ticket für die Aktionsmonate Juni, Juli und August 2022 (9 € pro Monat) gültig sein. Diese befristete Aktion wird deutschlandweit für die Nutzung der Verkehrsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs (ohne Fernverkehr mit IC, ICE, EC) gültig sein.

Allgemein

Was müssen Firmenticketabonnent*innen tun, um den Preisvorteil dieser Aktion nutzen zu können?

Nichts – im Aktionszeitraum wird der Preis für Firmenticketabonnent*innen automatisch auf 9 € pro Monat reduziert.

Gilt für Firmenticketabonnent*innen ein erweiterter Geltungsbereich im Aktionszeitraum?

Unabhängig vom gebuchten räumlichen Geltungsbereich, können Firmenticketabonnent*innen vom 1. Juni bis zum 31. August 2022 deutschlandweit den ÖPNV sowie Regionalzüge der 2. Klasse nutzen. Die Züge des Fernverkehrs (ICE, IC, EC) sind davon ausgeschlossen.

Wie sind die Mitnahmeregelungen während des Aktionszeitraums?

Die Mitnahmeregelung bleibt im jeweils gebuchten Tarifbereich des bestehenden Firmenticketabonnements erhalten: montags bis freitags ab 20 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages sowie samstags, sonntags und an gesetzlichen Feiertagen können bis zu vier Personen (davon eine älter als 14 Jahre) mitgenommen werden. Immer dürfen Kinder unter 6 Jahren, ein Kinderwagen, Gepäck sowie ein Hund bei sich geführt werden. Die unentgeltliche Mitnahme eines Fahrrads ist ausgeschlossen. Im erweiterten Geltungsbereich (Deutschlandweit) gibt es keine Mitnahmeregelungen, hierfür müssen zusätzliche Tickets gekauft werden.

Welchen Einfluss hat die Aktion auf die feste Vertragslaufzeit des Firmenticketabonnements?

Die Aktion 9-Euro-Ticket hat keinen Einfluss auf die feste Vertragslaufzeit von zwölf Monaten.

Ist es nicht besser, das Firmenticketabonnement zu kündigen und für die Aktionsmonate das 9-Euro-Ticket zu kaufen?

Nein, eine Kündigung ist nicht erforderlich, da sie während der Aktionsmonate Juni, Juli und August 2022 im Firmenticketabonnement ebenfalls nur 9 € pro Monat zahlen und alle Vorteile des 9-Euro-Tickets genießen.

Arbeitnehmende

Können Firmenticketabonnent*innen für den Aktionszeitraum ihre fahrCard weiterhin nutzen?

Ja – die aktuelle fahrCard ist weiterhin gültig und wird während des Aktionszeitraums auch als Fahrausweis im erweiterten Geltungsbereich anerkannt.

Können Mitarbeitende während des Aktionszeitraums ein Firmenticketabonnement abschließen?

Ja – das ist weiterhin möglich. Auch für alle Neuabonnements wird die Reduzierung der Preise und die Erweiterung des Geltungsbereichs im Aktionszeitraum berücksichtigt. Die Bestellfrist ist der 15. des Vormonats für die Eingabe im Online-Bestellportal und der 20. des Vormonats für die Bestätigung im Online-Verwaltungsportal.

Wie können Mitarbeitende nur für den Aktionszeitraum das 9-Euro-Ticket nutzen?

Sollten Mitarbeitende das 9-Euro-Ticket ausschließlich für die drei Aktionsmonate nutzen wollen, sollte dieses als Monatskarte auf dem regulären Weg über die App, am Automaten oder im Kundenzentrum erworben werden, nicht als Firmenticket über das Online-Bestellportal.

Arbeitgebende

Die BVG stellt den Arbeitgebenden eine monatliche Gesamtrechnung über alle Firmentickets (Rechnungsvertrag). Was ändert sich im Aktionszeitraum?

Die Reduzierung der Preise während des Aktionszeitraums wird direkt in den monatlichen Rechnungen berücksichtigt: Bei Monatszahler*innen reduziert sich die monatliche Abonnementrate. Für Jahreszahler*innen erfolgt nach dem Aktionszeitraum eine einmalige Erstattung des Differenzbetrags. Die interne Verrechnung unter Berücksichtigung des Arbeitgebendenzuschusses erfolgt wie gehabt intern im Unternehmen.

Die BVG zieht die Abonnementraten bei den Mitarbeitenden direkt per SEPA-Lastschriftmandat ein (Lastschriftvertrag). Was ändert sich im Aktionszeitraum?

Für die direkte Abbuchung von den Privatkonten der teilnehmenden Mitarbeiter*innen, wird der monatliche Betrag automatisch reduziert. Für Mitarbeiter*innen mit jährlicher Zahlweise erfolgt nach dem Aktionszeitraum eine einmalige Erstattung des Differenzbetrags. Die Auszahlung des Arbeitgebendenzuschusses erfolgt wie gehabt intern im Unternehmen.

Die BVG stellt den Arbeitgebenden die Servicepauschale einmal jährlich in Rechnung. Entfällt diese Pauschale im Aktionszeitraum?

Nein. Die Leistungen der BVG, die dieser Servicepauschale zugrunde liegen, erfolgen auch während des Aktionszeitraumes. Diese wird unverändert für den regulären Vertragszeitraum (zwölf Monate) zum Stichtag berechnet und kann nicht anteilig gekürzt werden.

Wie verhält es sich mit dem Arbeitgebendenzuschuss während des Aktionszeitraumes?

Der verpflichtende Mindestarbeitgebendenzuschuss bleibt als fester Vertragsbestandteil des Rahmenvertrages unangetastet. Der Arbeitgebendenzuschuss ist weiterhin steuer- und sozialabgabefrei. Bitte wende dich bei steuerrechtlichen Fragen an deine Steuerberatung.

Bei Abschluss der bestehenden Firmenticketverträge haben die BVG und die Arbeitgebenden nicht an den jetzt eintretenden Fall gedacht, dass das Firmenticket für drei Monate auf einen Preis von 9 € pro Monat herabgesetzt wird. Bei einer dauerhaften Herabsetzung wäre an eine ergänzende Vertragsauslegung zu denken, nach der der Arbeitgebendenzuschuss auf 9 € herabgesetzt wird. Ein völliger Wegfall erscheint auch in diesem Fall nicht geboten, denn der Arbeitgebendenzuschuss ist nur ein Mindestzuschuss, der bis zur Höhe des Ticketpreises nach 3 § Nr. 15 EstG steuerfrei ist. Das 9-Euro-Ticket ist aber auf einen Aktionszeitraum von drei Monaten begrenzt. Für einen solchen begrenzten Zeitraum ist nicht anzunehmen, dass die Vertragsparteien bei redlichem Verhalten einen Wegfall des Arbeitgeberzuschusses vereinbart hätten, wenn sie diese Möglichkeit bei Vertragsschluss bedacht hätten. Gegen diese Annahme spricht auch, dass die Inhaber von Firmentickets in diesem Fall im Aktionszeitraum keinen Vorteil gegenüber Erwerbern einer regulären VBB-Umweltkarte/ Monatskarte mehr hätten. Die Arbeitnehmenden haben sich aber durch den Erwerb des Firmentickets zu einer langfristigen Nutzung des ÖPNV verpflichtet, die Arbeitgebenden haben dies durch den Abschluss des Firmenticketvertrags unterstützt. Es ist daher durchaus gerechtfertigt, dass die Arbeitnehmenden auch im Aktionszeitraum noch in den Genuss des Arbeitgebendenzuschusses kommen und insofern bessergestellt werden als die Nutzenden, die (erstmals) eine Monatskarte kaufen.

Bei neuen Verträgen, die in Kenntnis des geplanten 9-Euro-Tickets abgeschlossen werden, scheidet ein Wegfall des Arbeitgebendenzuschusses im Aktionszeitraum aus, da der VBB-Tarif diesen Zuschuss unverändert vorsieht.

Richtig ist, dass eine Rabattierung im technischen Sinn durch die BVG nicht stattfindet, da der Preis für das Firmenticket im Aktionszeitraum durch das geplante Gesetz kraft Bundesrechts auf 9 € pro Monat festgelegt werden wird. Die Absenkung des Ticketpreises auf 9 € geht jedoch weit über die Preisminderung hinaus, die im VBB-Tarif für die Firmenticketverträge vorgesehen ist. Bei einem Arbeitgebendenzuschuss von mindestens 10 € beträgt der vorgesehene Rabatt lediglich 4 €, bei einem Arbeitgebendenzuschuss von mindestens 15 € beträgt der Rabatt 8 €. Beim Firmenticket für den Tarifbereich Berlin AB beträgt der Preis für 12 Monate unter Berücksichtigung des Rabatts bei monatlicher Abbuchung 713 €, bei jährlicher Abbuchung 680 €. Dies ist ein Monatspreis von 59,42 € bei monatlicher Abbuchung und von 56,67 € bei jährlicher Abbuchung. Ein etwa bestehendes Leistungs-Gegenleistungsverhältnis zwischen dem Rabatt auf die VBB-Umweltkarte beim Firmenticket und dem verpflichtenden Arbeitgebendenzuschuss wird daher durch die Absenkung des Ticketpreises auf 9 € mtl. im Aktionszeitraum nicht zulasten der Arbeitgebenden und der Arbeitnehmenden verändert. Dass die Fahrpreisausfälle, die der BVG durch das 9-Euro-Ticket entstehen, der BVG nach dem geplanten Gesetzentwurf vom Bund ausgeglichen werden, ändert daran im Verhältnis der BVG zu den Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden nichts.

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