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Deine barrierefreie Fahrt

Eine barrierefreie Fahrt mit der BVG planen, als Rollstuhlfahrer*in die Straßenbahn nutzen – für Menschen mit körperlichen Einschränkungen können bei diesen Themen viele Fragen aufkommen. Deswegen findest du hier alle wichtigen Antworten rund um das Thema barrierefrei unterwegs mit der BVG. Damit die Nutzung unserer öffentlichen Verkehrsmittel für dich so einfach wie möglich ist.

Hinweis: Alle praktischen Informationen zum barrierefreien Reisen in Berlin findest du auch in unserem Flyer Barrierefrei 2024 zum Download. Eine bildliche Darstellung zum Ein- und Ausstieg mit Rollator  kannst du dir ebenfalls herunterladen. Die Downloads sind nicht von Screenreadern vorlesbar und nicht mit der Tastatur bedienbar. Alle enthaltenen Informationen findest du aber barrierefrei auf dieser Seite.

 

Allgemein

So planst du eine barrierefreie Route

In unserer BVG-Verbindungssuche kannst du unter “Optionen” (Zahnrad rechts über dem Button “Suchen”) entsprechend deiner Anforderungen folgende Einstellungen zur Barrierefreiheit vornehmen: Nicht barrierefrei, bedingt barrierefrei oder voll barrierefrei. Unter "voll barrierefrei" werden dir alle barrierefreien Bahnhöfe mit Aufzügen angezeigt. Die Möglichkeit „bedingt barrierefrei“ zeigt alle Bahnhöfe mit Fahrtreppen. Außerdem kannst du die Länge der Fußwege auswählen.

So richtest du einen Pendleralarm ein

Du fährst eine Strecke regelmäßig? Du möchtest wissen, wenn es dort Probleme gibt? Dafür gibt es den Pendleralarm in der Fahrinfo-App.

So richtest du ihn ein: Lade die Fahrinfo-App auf dein Handy. Öffne die App. Gib Start und Ziel deiner Verbindung ein. Du brauchst eine barrierefreie Verbindung? Tippe auf das Zahnrad rechts unter dem Ziel. Wähle die Möglichkeit „voll barrierefrei“. Gehe zurück und tippe „Suchen“. Nun öffne die Detailansicht der Verbindung. Dazu tippst du auf eine der Verbindungen. Im oberen Teil des Bildschirms ist nun auf der linken Seite ein Wecker mit der Beschriftung „Alarm“ zu sehen. Tippe auf den Wecker. Wähle „Pendleralarm einrichten“ aus. Gib die Uhrzeiten ein, zu denen du eine Nachricht bekommen möchtest. Tippe auf „Speichern“. Nun bekommst du eine Nachricht auf dein Handy, wenn es auf deiner Route Probleme gibt.

Tipps zum Ein- und Aussteigen mit dem Rollator

Es ist wichtig, beim Einsteigen einen sicheren Stand zu haben. Dann kannst du mit dem Fuß den Rollator ankippen, sodass du die Vorderräder leicht in das Fahrzeug schieben kannst. Versuche nicht den Rollator aus dem Stand hineinzuheben. Am sichersten ist es, rückwärts auszusteigen. Halte dich am Griff neben der Tür fest und stelle erst beide Beine auf den Weg. Ziehe dann den Rollator nach. Wenn du dich unsicher fühlst, bitte andere Fahrgäste oder das Fahrpersonal um Hilfe. Nimm dir die Zeit, die du brauchst und gib dem Fahrpersonal wenn nötig einen Hinweis.

Hilfsmittel sicher in Bus und Bahn abstellen

Es gibt Stellplätze für Rollatoren, Rollstühle und Kinderwagen. Vergiss nicht, die Bremsen anzuziehen und halte dich während der Fahrt gut fest. Mit dem Rollstuhl stehst du rückwärts am sichersten.

Hilfe beim Ein- und Aussteigen erhalten

Stelle dich gut sichtbar an der Haltestelle oder am Bahnsteig auf und gib ein Zeichen. Sage dem Fahrpersonal, welche Hilfe du brauchst. Wenn dir Sprechen schwerfällt, kannst du eine Karte zeigen, auf der steht, welche Hilfe du brauchst und wo du aussteigen willst.

Der Stellplatz im Fahrzeug ist belegt

Sprich mit den anderen Fahrgästen. Vielleicht können sie Platz machen. In schwierigen Situationen hilft auch unser Fahrpersonal.

Das kostet eine Fahrt mit einer Schwerbehinderung

Deine Gehhilfen, Rollstühle und andere Hilfsmittel kannst du kostenlos mitnehmen. Wenn du einen Schwerbehindertenausweis mit einer gültigen Wertmarke hast, ist die Fahrt für dich und eine Begleitperson kostenlos. Informationen zum Schwerbehindertenausweis findest du beim Berliner Versorgungsamt.

Diese Elektromobile kannst du im Nahverkehr mitnehmen

Grundsätzlich können Elektromobile mitgenommen werden. Es gibt dafür einige Bedingungen: 

  • Du benötigst das Elektromobil als Hilfsmittel. 

  • Das Elektromobil wiegt mit dir zusammen und Gepäck insgesamt nicht mehr als 350 kg. 

  • Es darf höchstens 1,20 m lang sein. 

  • In manchen Straßenbahnen darf das Elektromobil nur 1,10 m lang sein. Diese Straßenbahnen erkennst du am Rollstuhlsymbol an der 1. Tür. 

  • Das Elektromobil muss vier Räder haben und auf dem Rollstuhlstellplatz längs zur Fahrtrichtung stehen. 

  • Du musst mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzen. So ist die Fahrt für dich und deine Mitreisenden sicher. 

    Du hast dein Elektromobil noch nicht lange? Dann empfehlen wir dir, den Ein- und Ausstieg und das Rangieren bei unseren Mobilitätstrainings zu üben.

Ich möchte einen Hinweis geben (z. B. defekter Aufzug) oder habe weitere Fragen zur Barrierefreiheit

Fragen und Anregungen kannst du jederzeit per Mail an info@bvg.de senden. Du kannst auch das Callcenter anrufen: 030-19449. Von 8.00 bis 20.00 Uhr ist auch eine eigene Telefonnummer für Fragen zur Barrierefreiheit geschaltet: 030-256 34567.

Unsere Mobilitätstrainings: Ein- und Ausstieg üben und mit BVGer*innen ins Gespräch kommen

Das geht bei unseren regelmäßigen Mobilitätstrainings. Mitarbeitende der BVG stehen auch für Fragen und Anmerkungen zur Verfügung. Wir laden alle ein, an einem Mobilitätstraining teilzunehmen, die noch unsicher im alltäglichen Umgang mit den Fahrzeugen der BVG sind. Melde dich dazu einfach bei den Mobilitätstrainings an.

Besonders geeignete Sitzplätze

In allen Fahrzeugen gibt es besonders geeignete Sitzplätze für Personen, die nicht lange stehen können. Sie sind in der Nähe der Türen und mit Piktogrammen gekennzeichnet. Sollten Personen dort sitzen, die ihn nicht unbedingt brauchen, hilft in der Regel ein freundlicher Hinweis.

U-Bahn

So erkennst du einen barrierefreien Bahnhof

Alle barrierefreien Bahnhöfe sind im Liniennetz mit einem Aufzug gekennzeichnet. An manchen Bahnhöfen können die Bahnsteige über Rampen stufenlos erreicht werden. Sie erkennt man am Rampenzeichen. Das Liniennetz wird jährlich aktualisiert. Aktuellere Informationen zu Aufzügen gibt es auch in der Stationsübersicht auf dieser Webseite. Du kannst die Stationsübersicht auch über die Suche auf dieser Webseite erreichen. Hier gibst Du den Stationsnamen ein. Auch auf dem BVG-Stadtplan gibt es Informationen über Aufzüge.

Unterstützung oder Informationen im U-Bahnhof

Du kannst die Informations- und Notrufsäulen nutzen. Sie haben drei Tasten:

  • Rote Taste: Du erhältst direkt Hilfe.
  • Gelbe Taste: Du erhältst Informationen.
  • Blaue Taste: Diese können Rollstuhlfahrerende leicht erreichen und darüber Hilfe oder Informationen anfordern.
Mit dem Rollstuhl U-Bahn fahren

Am Rollstuhlzeichen auf den Anzeigetafeln erkennst du zunächst, dass eine Bahn keine Stufe an der Tür hat. Wenn das der Fall ist, kannst du in der Regel allein und ohne fremde Hilfe ein- und aussteigen. An den Rollstuhlzeichen außen an den Wagen erkennst du, wo genug Platz ist, sodass du dich sicher hinstellen kannst. Wenn du zum Einsteigen eine Rampe brauchst, stelle dich dort auf, wo der erste U-Bahnwagen hält. Die Fahrtrichtung der U-Bahn zeigt ein kleiner Pfeil neben dem Zielbahnhof auf dem Schild mit dem Stationsnamen an.

Ein Beispiel: Auf der Linie U5 am U-Bahnhof Alexanderplatz steht auf der einen Seite ◄Hauptbahnhof und auf der anderen Seite ►Hönow. Meistens sind vorne am U-Bahnsteig auch Spiegel und / oder Monitore angebracht, mit denen das Fahrpersonal den Bahnsteig im Blick behält. So kannst du erkennen, wo der erste Wagen sein wird.

Gib dem Fahrpersonal ein Zeichen. Dann wird dir die mobile Rampe ausgeklappt. Es gibt sie an allen barrierefreien Bahnhöfen. Sage auch gleich, wo du aussteigen möchtest. Die Rampe kann auch an U-Bahnen angelegt werden, die keine Stufe am Eingang haben.

Informationen zu Aufzugsstörungen

Auf unserer Seite Störungsmeldungen erhältst du Informationen zu aktuellen Aufzugsstörungen der U-Bahn. Auch über Aufzugsstörungen der S-Bahn kannst du dich vorab online informieren. Unter der Website brokenlifts.de findest du ebenfalls eine Auflistung aller defekten Aufzüge in Berlin.

Die Fahrinfo-App der BVG und die Apps des VBB informieren auch über Aufzugstörungen. Unter der Telefonnummer 030-256 22096 kannst du dich ebenfalls über U-Bahnaufzüge informieren. 

Alternativen, wenn es keinen Aufzug gibt oder er kaputt ist

In der Routenauskunft auf bvg.de oder in der Fahrinfo App der BVG oder der App des VBB wird dir eine Alternativroute vorgeschlagen, wenn du die Option “voll barrierefrei” gewählt hast und der Aufzug kaputt oder nicht vorhanden ist. Es kann aber vorkommen, dass es keine gute Alternative gibt. Für diese Situation entwickelt die BVG gerade im Auftrag der Senatsverwaltung und in Zusammenarbeit mit den Berliner Behindertenverbänden einen Shuttle-Service. Der BVG Muva Aufzugersatz ist ein Sprinter, der dich zum nächsten barrierefreien U-Bahnhof fährt. Das Angebot soll 2024 auf ganz Berlin ausgeweitet werden. 

Mit Hörbehinderung Hilfe holen, wenn der Aufzug stecken geblieben ist

Generell gilt: Halte den Notrufkopf mindestens 3 Sekunden gedrückt oder drücke ihn mehrmals. So zeigst du, dass es sich nicht um ein Versehen handelt. Dann meldet sich jemand von der Notrufzentrale. Doch keine Sorge, wenn du nicht hören kannst. Fast alle unsere Aufzüge haben Kameras. Die Leitstelle sieht dich über die Kameras. Seit 2016 wird in unseren Aufzügen eine „Hilfe kommt“-Taste verbaut. So siehst du, dass du Hilfe bekommst. Du hast auch die Möglichkeit, mit unserem Social Media-Team chatten und dir so Hilfe zu holen: Das geht mit einem X-Account (ehemals Twitter) und von Montag bis Freitag, 07.00 - 20.00 und Samstag 10.00 - 20.00 Uhr. 
Willst du einen zusätzlichen Notruf absetzen, kannst du den SMS-Service der Polizei Berlin für gehörlose Menschen nutzen. Weitere Informationen gibt es in einem PDF-Dokument der Polizei

Du kannst auch die Notrufapp Nora nutzen. 

Straßenbahn

Mit dem Rollstuhl Straßenbahn fahren

Auf allen Linien fahren barrierefreie Bahnen. Das Rollstuhlsymbol an der Tür zeigt dir, wo du barrierefrei einsteigen kannst, das kann an der ersten oder zweiten Tür sein. Die barrierefreien Fahrzeuge haben Rampen oder Hublifte, die vom Fahrpersonal bedient werden. So kannst du auch dann ein- und aussteigen, wenn die Haltestelle nicht barrierefrei ist. Alle Haltestellen, die nicht barrierefrei sind, sind auf dem Straßenbahnnetz mit einem schwarzen Punkt markiert. So bist du gut informiert.

Brauchst du Hilfe, dann mache das Fahrpersonal auf dich aufmerksam. Sobald die Straßenbahn zum Stehen gekommen ist, kannst du bei nicht-barrierefreien Haltestellen über die Straße an die Bahn heranfahren. Dafür befinden sich in den meisten Fällen auch abgesenkte Bordsteinkanten in der Nähe der Haltestelle. Wenn du wieder aussteigen möchtest, dann betätige vor deinem Halt den Rollstuhl-Halteknopf. Er blockiert beim nächsten Halt die Türschließautomatik. Das Fahrpersonal schließt die Türen manuell, sobald du sicher ausgestiegen bist. Außerdem kann das Personal dich über eine Kamera sehen und wenn nötig die Rampe ausklappen

Mit Sehbehinderung die richtige Straßenbahn erkennen

Warte wenn möglich im vorderen Bereich der Haltestelle auf deine Bahn. Sieht das Fahrpersonal an deinem Stock oder deiner Armbinde, dass du blind bist, soll es über Lautsprecher eine Ansage zur Linie machen.

In Zukunft wollen wir alle unsere Fahrzeuge mit automatischen Außenansagen ausstatten. Das heißt, dass Bahnen und Busse akustische Informationen zur Linie und zum Fahrtziel geben werden.

Bus

Mit dem Rollstuhl Bus fahren

Alle Busse verfügen über manuell aufklappbare integrierte Rampen. Stelle dich so an die Bushaltestelle, dass das Fahrpersonal dich gut sieht. Gib eventuell noch kurz Bescheid, dass du die Rampe brauchst. Dann wird die Rampe ausgeklappt. Sage gleich auch, wo du wieder aussteigen möchtest. Vor deinem Ausstieg betätige außerdem die Haltewunschtaste mit Rollstuhlsymbol, um das Fahrpersonal nochmal auf dich aufmerksam zu machen. Im Bus selbst sind 1- 2 Rollstuhlstellplätze vorhanden.

Wenn der Bus zu voll ist

Das Fahrpersonal sucht immer nach einer Möglichkeit allen Fahrgästen mit und ohne Mobilitätseinschränkungen die Fahrt zu ermöglichen. Dabei tragen die Fahrerinnen und Fahrer die Verantwortung für die Fahrgäste im Bus. Wenn der Bus sehr voll ist (z. B. zu den Stoßzeiten wie dem Feierabend), kann es sein, dass das Fahrpersonal eine Person im Rollstuhl nicht mitnehmen kann, da die sichere Fahrt nicht gewährleistet ist. Diese Entscheidung fällt nicht leichtfertig. In Ausnahmefällen kann es dennoch passieren, dass du auf den nächsten Bus warten oder auf eine andere Anschlussmöglichkeit zurückgreifen musst. Ist das der Fall, so wird es vom Fahrpersonal protokolliert. In der Auswertung fällt dann auf, wenn das bei manchen Strecken öfter vorkommt. So können wir zusammen mit der zuständigen Senatsverwaltung Verbesserungsmöglichkeiten prüfen.

Mit Sehbehinderung den richtigen Bus erkennen

Die erste Tür des Busses sollte sich in der Regel etwa auf Höhe des Haltestellenmastes befinden. Wenn ein Aufmerksamkeitsfeld vorhanden ist, sollte sich die Tür dort befinden. Wenn du dich dort hinstellst, bist du nicht weit weg von der ersten Tür. Wenn der Bus also einfährt, geht vor dir die Tür beim Fahrpersonal auf. Vom Personal bekommst du die Information, welcher Bus das ist.  

Voraussichtlich ab 2025 werden die ersten Busse sprechen können und dir automatisch sagen, welche Linie es ist und wo sie hinfährt. Dieses Projekt wird in enger Abstimmung mit den Berliner Blinden- und Sehbehindertenverbänden entwickelt.