Elektromobilität bei der BVG
Die BVG steht für umweltfreundliche und nachhaltige Mobilität in Berlin. Auf der Schiene sind wir mit unseren U-Bahnen und Straßenbahnen bereits zu 100 % elektromobil unterwegs. Auf der Straße tragen heute schon fast 300 elektrisch angetriebene Busse und die dazugehörigen Lademöglichkeiten dazu bei, den CO2-Ausstoß in unserer Metropole zu reduzieren und die Luftqualität für ein lebenswerteres Berlin zu verbessern.
Wir geben der Hauptstadt die volle Ladung Mobilität und elektrifizieren Schritt für Schritt unsere Busflotte: Unser Ziel ist es, ab Anfang der 2030er Jahre komplett fossilfrei unterwegs zu sein.
Hierfür konzentrieren wir uns auf:
- Fahrzeugbeschaffung E-Bus Flotte
- Umbau der bestehenden Betriebshöfe
- Neubau der ersten reinen E-Bus-Betriebshöfe
- Aufbau von Ladeinfrastruktur an Endhaltestellen im gesamten Stadtgebiet
- Effiziente Digitalisierung mittels Betriebshofmanagementsystem, sowie Last- und Lademanagement
Fahrzeugbeschaffung
Mit aktuell 280 batterieelektrischen Bussen betreibt Berlin bereits eine der größten E-Bus-Flotten Deutschlands. Bis 2027 soll mit 500 E-Bussen rund ein Drittel der Flotte elektrifiziert sein, bis Anfang der 2030er-Jahre sollen bis zu ca. 1.500 E-Busse im Einsatz sein. Für den Flottenzuwachs braucht es entsprechende Abstellflächen, Ladeinfrastruktur und Werkstattkapazitäten.
Umbau der bestehenden Betriebshöfe
Die BVG stellt bestehende, auf Dieselflotten zugeschnittene Betriebshöfe im laufenden Betrieb um, bei gleichzeitigem Aufrechterhalt eines stabilen Fahrbetriebs. 2024 konnte auf zwei weiteren Betriebshöfen der E-Bus-Betrieb aufgenommen werden – auf den Betriebshöfen Britz und Cicerostraße.
Der Betriebshof Indira-Gandhi-Straße ist schon seit 2019 groß im E-Bus-Geschäft. Dort wurde 2024 die erste reine E-Bus-Werkstatt der BVG fertiggestellt. Auf rund 2.100 Quadratmeter befinden sich neun Arbeitsstände, davon vier mit Stempelhebeanlagen und Dacharbeitsbühnen. Bis zu 150 Elektrobusse können hier betreut werden.
Neubau der ersten reinen E-Bus-Betriebshöfe
Neue Betriebshöfe bieten mit ihrer Ladeinfrastruktur und den Werkstätten das passende Zuhause für unsere wachsende E-Busflotte für noch mehr Nahverkehr und damit mehr Lebensqualität in unserer Stadt. Sie ermöglichen einen stabilen Fahrbetrieb durch zuverlässige Instandhaltung, erweitern das Netz durch neue Anbindungen und sorgen für effiziente Abläufe und kurze Wege.
Warum brauchen wir neue Betriebshöfe?
- Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur
- Schaffung von Abstellflächen für den Flottenzuwachs
- Reduzierung von Einsetzwegen für mehr Wirtschaftlichkeit
- Moderne Arbeitsplätze und Sozialeinrichtungen
- Einhaltung und Ausstattung der Höfe nach neusten Vorschriften hinsichtlich Emissionen, Lärmschutz und Sicherheit.
Aktuell entstehen zwei E-Bus-Höfe in Treptow und in Marienfelde. Beide Betriebshöfe werden für eine Ladelösung mit Pantographen auf den Bussen („Haubenlader“) ausgestattet:
Aufbau von Ladeinfrastruktur an Endhaltestellen im gesamten Stadtgebiet
Die Berliner Busse fahren das ganze Jahr über – tagsüber und nachts. Insgesamt legen sie jeden Tag etwa 250.000 (Nutz-)Kilometer zurück – oder anders gesagt: Unsere Busse umrunden rein rechnerisch sechsmal täglich die Erde. Die beste Balance aus Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit erzielen wir, wenn wir die Elektrobusse künftig nicht nur auf den Betriebshöfen laden, sondern zusätzlich an wichtigen Endstellen eine Nachladung ermöglichen.
Im Projekt STELLA erfolgt der Aufbau von Ladeinfrastruktur an bis zu 20 Endhaltestellen im Stadtgebiet. Die erste elektrifizierte Endstelle wird Anfang 2026 in Betrieb gehen, gefolgt von zwei Weiteren im Frühling 2026.
An den Endhaltestellen der Buslinien werden spezielle Schnellladestationen gebaut. Dort können unsere neuen Elektrobusse schnell Strom „tanken“.
Effiziente Digitalisierung mittels Betriebshofmanagementsystem (BMS)
Das Betriebshofmanagementsystem (kurz BMS) steuert die Abläufe auf den Betriebshöfen. Es liefert zudem präzise Diagnosedaten, die Wartung planbarer machen und Störungen frühzeitig verhindern. Insgesamt schafft das BMS die Grundlage für einen reibungslosen, zuverlässigen und nachhaltigen Depotbetrieb im elektrifizierten Nahverkehr.
- Exakte Ortung: Die Einfahrt der Fahrzeuge wird erkannt und geortet, Abstellort und Ladepunkt richtet sich nach Fahrzeugeinsatz
- Fahrzeugdisposition: Das System weiß welcher Bus welche Route fährt, und steuert Abstellposition, Ladung und Vorkonditonierung damit alles pünktlich bereitsteht.
- Werkstatt- und Service Integration: Bei Werkstatt- oder Serviceaufträgen fahren die Fahrzeuge direkt in die Bereiche, um schnellstmöglich wieder zur Verfügung zu stehen.
- Überwachung des Batteriezustands in Echtzeit: Das BMS liefert dem Last- und Lademanagement (kurz: LLMS) präzise Daten zu Ladezustand, Temperatur und Gesundheit der Batterie
- Sicheres und schonendes Laden: Ladeleistung und -zeit werden automatisch auf die Batterie abgestimmt – Schäden durch falsches Laden oder zu starke Abnutzung der Batterie werden vermieden.
- Früherkennung von Störungen: Kritische Zustände werden sofort gemeldet –Wartung kann gezielt und vorausschauend erfolgen.
- Verbesserte Fahrzeugverfügbarkeit: Durch das Zusammenspiel mit dem LLMS werden nur betriebsbereite Fahrzeuge eingeplant und vollgeladen.
Effiziente Digitalisierung mittels Last- und Lademanagement (LLMS)
Das Last- und Lademanagement (LLMS) gewährleistet eine intelligente Steuerung der Ladeinfrastruktur, verhindert Netzüberlastungen und senkt Betriebskosten durch gezielte Energieverteilung. In enger Abstimmung mit Fahrzeug und BMS sorgt das LLMS dafür, dass alle Fahrzeuge bedarfsgerecht geladen und einsatzbereit sind –ohne Mehraufwand für das Personal. So wird der gesamte Ladeprozess automatisiert, optimiert und zuverlässig in den Betriebsablauf integriert. Damit schafft das LLMS die technische Grundlage für eine nachhaltige, effiziente und zukunftsfähige E-Bus-Flotte im öffentlichen Nahverkehr.
- Bedarfsorientiertes Laden: Das LLMS berücksichtigt den Ladezustand der Batterie (via BMS) und priorisiert Fahrzeuge mit dringendem Ladebedarf.
- Effiziente Nutzung der Ladeinfrastruktur: Ladesäulen werden gezielt angesteuert und optimal ausgelastet –ohne Überbelegung oder Leerlaufzeiten.
- Reduktion von Lastspitzen im Stromnetz: Durch intelligentes Lastmanagement werden Energieverbrauch und Netzbelastung gleichmäßig verteilt.
- Automatisierte Kommunikation zwischen Systemen: LLMS, BMS und Ladesäule tauschen Daten in Echtzeit aus –für reibungslose Ladeprozesse ohne manuelle Eingriffe.
- Hohe Verfügbarkeit der Fahrzeuge im Linienbetrieb: Durch gezielte Ladeplanung stehen alle Busse zum Einsatzbeginn vollgeladen bereit