Zum Hauptinhalt springen

Ausbau des Straßenbahnnetzes

Neubaustrecken und Streckenerweiterungen im öffentlichen Nahverkehr sind von entscheidender Bedeutung, um den wachsenden Mobilitätsbedürfnissen einer sich wandelnden Stadt gerecht zu werden. Sie tragen nicht nur zur Entlastung des bestehenden Verkehrsnetzes bei, sondern fördern auch eine nachhaltige und umweltfreundliche Mobilität. Unser Ziel ist es, nicht nur heute, sondern auch in Zukunft ein zuverlässiger Mobilitätspartner für unsere Fahrgäste zu sein.

Die BVG übernimmt die Planung und Umsetzung von Straßenbahnneu- und Ausbauvorhaben im Auftrag der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) als Vorhabensträgerin nach dem Abschluss der Vorplanung und mit dem Beginn der Entwurfsplanung.

Doch auch im Vorfeld ist die BVG unter Federführung des Landes Berlin an Abstimmungsprozessen zu den Erweiterungsprojekten beteiligt. Die Grundlage für die Planung von Streckenerweiterungen bildet der Nahverkehrsplan des Landes Berlin.

Phasen der Bauplanung und -umsetzung

Die hier angegebenen Vorhaben unterliegen mit ihrer angestrebten Zeitplanung den Leistungsphasen (Lph) der HOAI-Rechtsverordnung für die Planung und Realisierung von Bauvorhaben auf der Grundlage der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure in Deutschland. Die Leistungsphasen unterteilen den gesamten Projektablauf – von der ersten Idee bis zur Fertigstellung und Betreuung – in neun klar definierte Schritte mit spezifischen Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Dadurch wird eine strukturierte Projektabwicklung, rechtssichere und qualitativ hochwertige Planung, transparente Kostenkontrolle sowie eine koordinierte Zusammenarbeit aller Beteiligten gewährleistet. So können wir unseren Fahrgästen auch in Zukunft eine zuverlässige und moderne Infrastruktur bieten.

Projekte in Umsetzung (ab LPH 4)

In der Umsetzung befinden sich die Bauvorhaben ab der sogenannten Genehmigungsplanung (Lph 4). Die BVG stellt hierbei alle erforderlichen Prüfunterlagen für das Erwirken eines Planfeststellungsbeschlusses, das heißt dem Erreichen einer Baugenehmigung, zusammen. Es folgt der Antrag auf Planfeststellung, den die BVG als Vorhabensträgerin und Bauherrin bei der Anhörungsbehörde einreicht. Das anschließende Planfeststellungsverfahren umfasst das Anhörungsverfahren, das von der Anhörungsbehörde durchgeführt wird, sowie die Erarbeitung des Planfeststellungsbeschlusses, der von der Planfeststellungsbehörde verfasst wird. Weitere Informationen zum Verlauf des Planfeststellungsverfahrens gibt es unter: Planfeststellungsverfahren - Berlin.de. Der jeweilige Planungsfortschritt wird auf den unten aufgeführten Projekt-Websites der BVG bekannt gegeben.

Folgende Projekte befinden sich derzeit in der Genehmigungsplanung bzw. im Planfeststellungsverfahren:

 

Projekte in der Entwurfsplanung (LPH 3)

In der Entwurfsplanung (Lph 3) übernimmt die BVG federführend die weitere technische Ausarbeitung der festgelegten Vorzugsvariante für die neue Straßenbahnstrecke.

Die Gleisanlagen- und Straßenraumgestaltung werden weiter ausgearbeitet. Die zuständigen Projektleitenden führen Abstimmungen zur technischen Umsetzbarkeit des Vorhabens mit den zuständigen Bezirken, Wasser-, Strom- und Telekommunikationsversorgern durch und holen Gutachten zur Bewertung der Auswirkungen auf Verkehr, Lärm und Umwelt ein.

Eine ausführliche Öffentlichkeitsinformation mit Einsicht in den erarbeiteten Planungsfortschritt erfolgt durch die BVG vor Beginn des Planfeststellungsverfahrens in der Lph 4.

Straßenbahn-Neubaustrecke U Turmstraße – S+U Jungfernheide

Geplanter Streckenverlauf: Turmstraße – Huttenstraße – Wiebestraße – Kaiserin-Augusta-Allee – Mierendorffplatz – Osnabrücker Straße – Tegeler Weg – Max-Dohrn-Straße (Planungstand: Juli 2025, Buslinienführung ist noch in Abstimmung © BVG)

Linie: M10 (5-min-Takt)
Streckenlänge: ca. 3,8 Kilometer
Nächster Meilenstein: Beginn des Planfeststellungsverfahrens

Verkehrlicher Nutzen:

  • Herstellung einer leistungsfähigeren Ost-West-Verbindung zwischen Moabit und Charlottenburg-Nord
  • Bessere Erschließung des Stadtteilzentrums Moabits und der Gewerbegebiete in Moabit-West mit zahlreichen Arbeitsplätzen über die Turmstraße und den Hauptbahnhof
  • Schaffung neuer attraktiver Umsteigebeziehungen:
    • am U-Bahnhof Turmstraße zu der in Nord-Süd-Richtung verkehrenden U-Bahnlinie U9,
    • am U-Bahnhof Mierendorffplatz zu der U-Bahnlinie U7
    • am S+U-Bahnhof Jungfernheide an die Regionalbahn, die U-Bahnlinie U7, die S-Bahn-Ringlinien S41/S42 sowie - nach dem Wiederaufbau - zur Siemensbahn

Weiterführende Informationen: Straßenbahnneubaustrecke U-Bahnhof Turmstraße – S+U-Bahnhof Jungfernheide - Berlin.de

Straßenbahn- Neubaustrecke S+U Warschauer Straße – U Hermannplatz

Geplanter Streckenverlauf: Warschauer Straße – Oberbaumbrücke – Falckensteinstraße – Glogauer Straße – Görlitzer Park – Pannierstraße – Sonnenallee – Urbanstraße (Planungstand: Juli 2025, Buslinienführung ist noch in Abstimmung © BVG)

Linie: M10 (5-min-Takt) / M13 bis Mühlenstraße/Tamara-Danz-Straße (10-min-Takt)
Streckenlänge: ca. 2,8 Kilometer

Verkehrlicher Nutzen:

  • Neuerschließung des dicht besiedelten Stadtquartiers „Wrangelkiez“
  • Deutliche Reisezeitverkürzung innerhalb des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg
  • neue Direktverbindung zwischen Nord-Neukölln (Bereich Hermannplatz) und Friedrichshain/Prenzlauer Berg
  • Direkte Anbindung der M13 an die U-Bahnlinien U1/U3 für kürzere Reisezeiten zwischen Boxhagener Kiez/Süd-Lichtenberg und Kreuzberg/Nord-Neukölln

Weiterführende Informationen: Straßenbahnneubaustrecke Warschauer Straße – Hermannplatz (M10-Verlängerung) - Berlin.de

Projekte in der Vorplanung (LPH 2)

In der Vorplanung (Lph 2) erarbeitet die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) die Entwicklung und Bewertung verschiedener Trassenvarianten. Die BVG begleitet diesen Prozess beratend, um betriebliche Anforderungen frühzeitig einzubringen. Neben gesetzlichen Bestimmungen werden hier auch Aspekte wie Barrierefreiheit an Haltestellen und die Integration der Neubaustrecke in den bestehenden Straßenraum berücksichtigt. Dabei finden umfangreiche Abstimmungen mit Bezirken, Fachbehörden, Versorgungsunternehmen und weiteren Stakeholdern statt. Ergänzend erfolgt eine öffentliche Beteiligung über die zentrale Plattform des Landes Berlin mein.Berlin.de sowie Informationsveranstaltungen in den betroffenen Bezirken. Dort können Planungsunterlagen wie Lagepläne und Variantenübersichten eingesehen und Hinweise hinterlassen werden.

Das Ergebnis der Vorplanung und die Grundlage für die spätere Genehmigungsfähigkeit bildet hieran anschließend die Auswahl einer Vorzugsvariante.

Straßenbahn-Neubaustrecke S+U Pankow – Pasedagplatz

Geplanter Streckenverlauf: Berliner Straße – Granitzstraße – Entwicklungsgebiet Pankower Tor – S Pankow-Heinersdorf – Romain-Rolland-Straße – Rennbahnstraße

Linie: Einführung einer neuen Linie 54 Rosenthal Nord – Gehrenseestraße (10-Min Takt)
Streckenlänge: ca. 5,1 Kilometer

Verkehrlicher Nutzen:

  • Erschließung des neuen Stadtquartiers „Pankower Tor“
  • Neue Direktverbindung zwischen Rosenthal und Weißensee

Weiterführende Informationen: Straßenbahnneubaustrecke Pasedagplatz – S+U-Bahnhof Pankow (Tangentialverbindung Pankow) - Berlin.de

Straßenbahn-Neubaustrecke Blankenburger Süden

Geplanter Streckenverlauf: Tino-Schwierzina-Straße – Aidastraße – Blankenburger Straße – Gewerbegebiet Heinersdorf – Entwicklungsgebiet Blankenburger Süden (Planungstand: Juli 2025, Buslinienführung ist noch in Abstimmung © BVG)

Linie: M2 (bis zu 5-min-Takt)
Streckenlänge: ca. 3,2 Kilometer

Verkehrlicher Nutzen:

  • Erschließung des neuen Stadtquartiers zwischen Blankenburg und Heinersdorf

Weiterführende Informationen: Straßenbahnneubaustrecke Blankenburger Süden - Berlin.de

Was beinhaltet die Grundlagenermittlung? (LPH1)

In der Grundlagenermittlung (LPH 1) werden von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) die wesentlichen Rahmenbedingungen für die Planung einer neuen Straßenbahnstrecke erstellt. Für und mit der BVG als künftige Vorhabensträgerin wird auf Basis der Bedarfsplanung und der übergeordneten verkehrspolitischen Ziele die Aufgabenstellung erarbeitet. Hierfür erfolgt eine Analyse der bestehenden Infrastruktur, der Verkehrsströme und der städtebaulichen Rahmenbedingungen im Projektgebiet. Dabei werden rechtliche Vorgaben, technische Standards sowie die Anforderungen aus dem Berliner Mobilitätsgesetz berücksichtigt. Erste Abstimmungen mit Bezirken, Fachbehörden und Versorgungsunternehmen finden statt, um Schnittstellen und Restriktionen frühzeitig zu identifizieren. Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung finden zudem Informationsveranstaltungen oder Beteiligungsprojekte statt. Die Projektziele und die abschließend ermittelte Machbarkeit des Vorhabens werden von der Senatsverwaltung unter den jeweiligen Projekten in einem Erläuterungsbericht dokumentiert, der die Grundlage für die nachfolgende Vorplanung bildet.

Straßenbahn-Neubaustrecke Schöneweide – Potsdamer Platz
Straßenbahn-Neubaustrecke Elisabeth-Aue
Straßenbahn-Neubaustrecke S+U Jungfernheide - Urban Tech Republic - Kurt‑Schumacher‑Platz
Urban Tech Republic bzw. U Paulsternstraße - Gartenfeld - S+U Rathaus Spandau

Zuletzt umgesetzte Projekte

Modernisierung der Bus- und Gleisschleife Bahnhof Schöneweide